Wertschöpfung

Ökonomischer Nutzen

Die ökonomischen Auswirkungen des Flughafens München auf sein Umfeld sind vielschichtig. Grundsätzlich wird zwischen Effekten unterschieden, die unmittelbar aus dem Betrieb des Flughafens resultieren, und solchen, die durch seine Nutzung entstehen.

Wertschöpfung Verteilung 2017

In Millionen €

Grafik: Wertschöpfung Verteilung 2017

Wertschöpfungseffekte durch den Betrieb des Flughafens

Die Wertschöpfungseffekte, die der Betrieb des Airports erzeugt, unterteilen sich in direkte, indirekte und induzierte Effekte.

  • Direkte Effekte: Sämtliche Wertschöpfung durch die wirtschaftlichen Aktivitäten am Flughafen München. Aus der direkten Wertschöpfung werden Löhne und Gehälter entrichtet.
  • Indirekte Effekte: Die Summe der Wirkungen in einer Region, welche sich aufgrund von Liefer- und Leistungsbeziehungen der Unternehmen am Flughafen München ergeben.
  • Induzierte Effekte: Wirtschaftliche Aktivitäten mit Wertschöpfungswirkung in der Region, welche sich aufgrund des Konsums aus Einkommenszahlungen am Flughafen München ergeben.

Nähe zum Flughafen ist für Unternehmen entscheidend

Effekte, die sich aus der Nutzung des Flughafens München ergeben, werden als Standorteffekte bezeichnet. Dazu zählen positive ökonomische Auswirkungen, wie etwa die Steigerung der Produktivität und Investitionen sowie ein hohes Beschäftigungs- und Innovationsniveau. Die Nähe zum Flughafen ist ein wichtiges Kriterium für die Ansiedlung von Unternehmen. Der Flughafen bietet außerdem beachtliche Vorteile für die Tourismusbranche.

Zentrale Beschaffung von Leistungen

Konzernweites Warengruppenmanagement

Der Flughafen München hat keine klassische Lieferkette, sondern beschafft eine Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen, die für den Betrieb eines internationalen Drehkreuzflughafens nötig sind. Das Warenspektrum entspricht dem Bedarf einer Kleinstadt: Die 139 Warengruppen reichen von Bürobedarf über Straßenbau bis hin zu Fahrzeugen und Gebäuden. 2017 betrug das Gesamtbeschaffungsvolumen1) des Flughafen München Konzerns rund 680 Millionen Euro. Alle Beschaffungen der Fachbereiche und der Tochtergesellschaften laufen über das zentrale konzernweite Warengruppenmanagement. Nur die Warengruppen Handelswaren, Food & Beverage sowie medizinische Artikel werden direkt von den Tochterunternehmen eingekauft.

Rechtliche Vorgaben bei der Beschaffung

Der Flughafen München Konzern ist als Sektorenauftraggeber im Bereich »Häfen und Flughäfen« tätig. Daher richtet sich die Beschaffung grundsätzlich nach dem Kartellvergaberecht. Bei öffentlichen Aufträgen erfolgt eine europaweite Ausschreibung nach verbindlichen vergaberechtlichen Vorgaben. Aufträge, die nicht unter das Kartellvergaberecht fallen, schreibt der Konzern in der Regel nach einem formalisierten Verfahren aus.

Lieferantenstruktur

Rund 5.100 Lieferanten sind für den Flughafen München Konzern tätig. Die Lieferantenstruktur ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben. 97 Prozent der Unternehmen, die den Flughafen München beliefern, haben ihren Sitz in Deutschland. Von diesen kommen wiederum 54 Prozent aus Bayern und 34 Prozent aus München und dem Flughafenumland.

Lieferantenmanagement

Die Flughafen München GmbH beurteilte 2017 etwa 150 Rahmenvertragspartner nach folgenden Kriterien: Qualität des Produkts oder der Dienstleistung, Liefertreue, Service- und Preisentwicklung, aber auch Zertifizierung der Unternehmen nach Qualitäts- und Umweltstandards. Lagen schwache Ergebnisse vor, erhielten die Anbieter bei Lieferantenaudits die Chance, Mängel zu beheben.

Die Hauptwarengruppenstruktur der Flughafen München GmbH

  • Büro- und sonstige Gemeinkosten
  • Hilfs- und Betriebsstoffe
  • IT
  • Marketing
  • Allgemeine Dienstleistungen
  • Instandhaltung/Instandsetzung
  • Fahrzeuge, Anlagen und Maschinen
  • Halb-, Werkzeuge
  • Elektro-, Automatisierungs- und Prozessleittechnik
  • Energie
  • Bau und Planung

Nachhaltige Aspekte

Bieter müssen bei der Angebotsabgabe die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben bestätigen, um Gründe auszuschließen, die gegen eine Teilnahme am Kartellvergabe- oder Ausschreibungsverfahren sprechen. Zudem müssen die Bieter verschiedene Nachweise über die Einhaltung von Qualitätssicherungs- und Umweltmanagementnormen erbringen. Oberstes Ziel bei einer Beauftragung ist es, Vereinbarungen zu treffen, die ökologische, soziale und ökonomische Aspekte erfüllen. (Rechtliche Grundlage: § 21 SektVO, § 7 SektVO) Bei der Neuausschreibung der Dienstkleidung 2016/2017 für circa 2.000 Mitarbeiter der Flughafen München GmbH war zum Beispiel die Einhaltung der Mindestkriterien hinsichtlich ethischer Normen sowie ökologischer und humanökologischer Anforderungen bei Stoffen und Materialien ein Bestandteil der Leistungsbeschreibung. Der Flughafen München Konzern vergibt Aufträge nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit und legt besonderen Wert auf den Einsatz von langlebigen und verbrauchsarmen Materialien und Produkten. Bei Investitionsgütern werden bei Bedarf Folgekosten für Wartung und Instandhaltung (Life Cycle Costs) berücksichtigt.  Der Konzern wird hauptsächlich von Geschäftspartnern aus der Region beliefert, was Transportwege verkürzt und CO2-Emissionen reduziert. Beispielsweise bezieht die Allresto jährlich Lebensmittel für knapp 20 Millionen Euro –fast alle stammen aus Bayern, gut die Hälfte aus dem direkten Flughafenumland.

1) Zahlen beziehen sich auf Gesamtbeschaffungsvolumen des Flughafen München Konzerns 2017.

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