Wirtschaftsbericht

Wirtschaftliches Umfeld

  • Kräftiges Wirtschaftswachstum aufgrund starken Inlandkonsums
  • Deutsche Luftfahrt wächst – bleibt aber im internationalen Vergleich zurück
  • Einzelhandel – profitiert von starker Konjunktur
  • Gastronomie und Hotelgewerbe – Aufschwung setzt sich fort
  • Werbewirtschaft – Digitalisierung als Wachstumstreiber
  • Parkraumbewirtschaftung – Abhängigkeit von der Kundenstruktur
  • Büromarkt München übertrifft alle Erwartungen

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Für ein internationales Luftverkehrsdrehkreuz wie den Flughafen München ist neben der nationalen auch die internationale Wirtschaftsentwicklung entscheidend.

Das Wachstum der Weltwirtschaft hat 2017 die Erwartungen leicht übertroffen. Aktuelle Hochrechnungen gehen von einer Zunahme des weltweiten realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen 3,0 % (Weltbank, Global Economic Prospects, Januar 2018) und 3,7 % (Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook, Januar 2018) aus. Diese Werte fielen um bis zu 0,3 Prozentpunkte höher aus als die am Jahresanfang veröffentlichten Forecasts.

Eine wesentliche Ursache für das im Vergleich zu den schwachen Jahren 2015 und 2016 höhere Wachstum ist die positive Wirtschaftsentwicklung in wichtigen Schwellenländern. So hat sich die Lage in Russland und Brasilien im Jahr 2017 weitgehend entschärft. Als Rohstoffexporteure durchliefen beide Länder, unter anderem aufgrund des Preiseinbruchs auf dem Ölmarkt und auf anderen Rohstoffmärkten im Herbst 2014, in den Jahren 2015 und 2016 eine starke Rezession. Die zuletzt wieder angestiegenen Öl- und Rohstoffpreise haben dazu geführt, dass die russische und brasilianische Volkswirtschaft 2017 um 1,8 % beziehungsweise 1,1 % gewachsen ist. Darüber hinaus entwickelte sich in der Volksrepublik China die Wirtschaft etwas besser als erwartet. Aktuelle Hochrechnungen für das Jahr 2017 liegen bei 6,8 %, während zu Beginn des Jahres noch von lediglich 6,5 % Wachstum ausgegangen wurde.

In den Industrienationen setzte sich die positive Entwicklung der Vorjahre in verstärktem Maß fort. Zumeist gehen dabei wichtige Wachstumsimpulse von binnenwirtschaftlichen Kräften aus. So sind beispielsweise bei den US-amerikanischen Konsumenten aufgrund von niedrigen Arbeitslosenzahlen und soliden Reallohnzuwächsen eine ausgeprägte Kauflaune und robuste Zuwächse bei den Bau- und Ausrüstungsinvestitionen zu beobachten. Die japanische Wirtschaft wuchs 2017 aufgrund einer Verstärkung des privaten Konsums, der Investitionen und der Auslandsnachfrage stärker als erwartet. In Großbritannien stiegen die Konsumentenpreise aufgrund des Wertverlusts beim britischen Pfund Sterling, was zu einer verhaltenen Entwicklung des privaten Konsums führte und die an sich positive Wirtschaftsentwicklung trübte.

Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer weltweit

In %

Grafik: Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer weltweit
Wachstum BIP 2016 und 2017
(Quelle: IWF, World Economic Outlook, Januar 2018)

Der Aufschwung in der Eurozone gewann im Jahr 2017 an Dynamik. Die aktuelle Hochrechnung des Internationalen Währungsfonds geht für 2017 von einem Wachstum von 2,4 % aus (IWF, World Economic Outlook, Januar 2018). Der größte Wachstumstreiber war der private Konsum. Zudem trugen eine hohe Investitionsdynamik und eine positive Entwicklung bei den Exporten zum verstärkten Wachstum bei. Die immer noch außergewöhnlich expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank stützte dabei den Aufschwung im Euroraum. Die wirtschaftliche Lage in den südeuropäischen Staaten hat sich weiter gefestigt.

Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer europaweit

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Grafik: Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer europaweit
Wachstum BIP 2016 und 2017
Quelle: IWF, World Economic Outlook, Januar 2018)

Das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik Deutschland ist 2017 mit 2,5 % deutlich stärker gewachsen als im Vorjahr. Wie im Jahr 2016 waren der private Konsum und die überdurchschnittlich hohen Bauinvestitionen wichtige Wachstumstreiber. 2017 haben aber aufgrund der positiven Entwicklung im Euroraum auch die Auslandsnachfrage, die Ausrüstungsinvestitionen und die Investitionen in Forschung und Entwicklung zur erhöhten Wachstumsdynamik beigetragen. Die positive Entwicklung der Konsumausgaben wird von der günstigen Lage am Arbeitsmarkt (Arbeitslosenquote von 5,8 %) und den steigenden Lohnniveaus getragen. So verzeichnete der private Konsum 2017 ähnlich wie im Vorjahr eine Zuwachsrate von rund 1,9 %. Bei den Bauinvestitionen, die weiterhin vom niedrigen Zinsniveau getrieben werden, ergab sich 2017 eine Wachstumsrate von über 4 %. Die deutschen Exporte legten um 3,8 % zu und sind damit um über einen Prozentpunkt stärker gewachsen als noch 2016 (2,5 %). Die Ausrüstungsinvestitionen und die Investitionen in sonstige Anlagen (hauptsächlich Forschung und Entwicklung) wuchsen im Jahr 2017 um 2,3 % beziehungsweise 4,2 %. Die Inflationsrate war 2017 mit 1,7 % wieder deutlich höher als in den Vorjahren.

Der Ölpreis erreichte nach dem starken Rückgang der letzten Jahre im Januar 2016 mit unter 30 US-Dollar je Barrel (Marke Brent) seinen Tiefpunkt. Nach der Ankündigung der OPEC, die Ölfördermenge drosseln zu wollen, erhöhte sich im vierten Quartal 2016 der Erdölpreis, sodass dieser Mitte Dezember 2016 die Marke von 57 US-Dollar je Barrel erreichte. Im Jahr 2017 schwankte der Ölpreis (Marke Brent) in einem Intervall zwischen 45 und 67 US-Dollar je Barrel.

Wirtschaftliches Umfeld Luftverkehr (Aviation)

Nach Analysen der International Civil Aviation Organization (ICAO) erzielte der weltweite Luftverkehr im Jahr 2017 erneut Rekorde. Insgesamt wurden 4,1 Milliarden Passagiere (+7,1 %) befördert und es wurde ein deutlicher Anstieg bei den verkauften Passagierkilometern (+7,6 %) verzeichnet. Damit lag die Entwicklung über dem Wachstum des Vorjahres von +7,4 %. Auch die Luftfracht legte um 9,5 % (Frachttonnenkilometer) im Vergleich zum Vorjahr (+3,8 %) deutlich zu.

Die in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) organisierten Flughäfen erzielten im Jahresdurchschnitt 2017 deutlich positive Wachstumsraten. Das gewerbliche Passagieraufkommen (an/ab) stieg insgesamt um 5,2 %. Die Flugbewegungen legten um 1,6 % zu und der Cargo-Umschlag (Summe aus Luftpost und Fracht ohne Transit) lag mit 6,7 % im Plus. Somit verzeichnete der Flughafen München im Jahr 2017 in allen Verkehrssegmenten höhere Zuwachsraten als der Durchschnitt der deutschen Verkehrsflughäfen. Weitere Erläuterungen hierzu sind im Abschnitt »Geschäftsverlauf Aviation« zu finden.

Die Insolvenz von Air Berlin hat zu einer vorübergehenden Reduzierung des Angebots im deutschen Luftverkehr geführt. Die auf diesen Strecken angebotenen Sitzplätze sind zwischen Oktober und Dezember um 21 % zurückgegangen. Seit Januar 2018 wird diese Kapazitätslücke sukzessive wieder gefüllt. Die Flugplandaten für den Winterflugplan 2017/2018 zeigen, dass 97 % der Kapazitätslücken im innerdeutschen Flugverkehr bereits bis zum März 2018 wieder geschlossen sein werden.

Im weltweiten Vergleich - gemessen nach verkauften Passagierkilometern - lag die Region Asien/Pazifik mit einem Wachstum von 10,1 % an erster Stelle, gefolgt von Europa (+8,2 %). Verhältnismäßig schwach entwickelte sich der Nahe Osten (+6,4 %), der seit 1997 erstmals Marktanteile verlor. Gründe für das geringere Wachstum im Nahen Osten waren insbesondere der niedrige Ölpreis und der hohe Dollarkurs.

Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) entwickelten sich die deutschen Fluggesellschaften und Flughäfen im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich. Während der Luftverkehr (gemessen in verkauften Passagierkilometern) in Europa mit 8,2 % stärker gewachsen ist als der globale Durchschnitt, erreichten deutsche Fluggesellschaften lediglich einen Anstieg von 3,1 % (Vorjahr: 1,4 %). Ähnlich zeigte sich die Entwicklung an den deutschen Verkehrsflughäfen. Die Zahl der an- beziehungsweise abreisenden Fluggäste ist 2017 auf rund 235 Millionen (+5,2 %) gestiegen. Europaweit wuchs die Passagierzahl an den Flughäfen um 8,8 %. Der BDL sieht unter anderem die strukturelle Benachteiligung deutscher Luftverkehrsunternehmen bei der Luftverkehrssteuer und den Sicherheitsgebühren im internationalen Vergleich als Grund für diese Entwicklung.

Das Hauptproblem des deutschen Luftverkehrs ist also nicht eine mangelnde Nachfrage, sondern die Nachfrage nicht durch ein entsprechendes Angebot befriedigen zu können. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat in seinem aktuellen Luftverkehrskonzept 20 Maßnahmen zur Bewältigung der Anforderungen untersucht. Es kam zu dem Schluss, dass das Ziel (Teilhabe am weltweiten Wachstum) trotz Umsetzung aller Vorschläge aus dem Portfolio nur zum Teil erreicht wird. Somit würde ein weiterer Zeitverzug bei der Realisierung dieser Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftverkehrswirtschaft elementar gefährden.

Wirtschaftliches Umfeld Commercial Activities

Dank höherer Einkommen und Rekordbeschäftigung verzeichneten die deutschen Einzelhändler nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auch 2017 insgesamt einen Umsatzanstieg von 4,1 % auf 512,8 Milliarden Euro. Immer mehr stationäre Händler profitierten vom Online-Wachstum, indem sie die Chance der Digitalisierung für sich nutzen. Preisbereinigt lag das Wachstum wie im Vorjahr bei 2,6 %.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht den Handel weiterhin auf gutem Kurs. Die günstige Lage am Arbeitsmarkt sowie die positiven Erwartungen der Bürger bezüglich der Konjunktur und der eigenen Löhne sorgen weiterhin für eine gute Verbraucherstimmung. Diese Entwicklung bestätigt auch der ifo-Geschäftsklimaindex: Die Mehrheit der befragten Einzelhandelsunternehmen bewerten die Geschäftslage für die nächsten sechs Monate als positiv.

Laut Deutschem Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) konnte das Gastgewerbe 2017 zum achten Mal in Folge mit einem Plus abschließen und setzte damit seinen Aufwärtstrend fort. Auch im Bereich des Beherbergungsgewerbes konnte ein Umsatzanstieg von 2,9 % erreicht werden, was preisbedingt eine Wachstumsrate von 0,9 % darstellt. Etwas besser mit einem nominalen Umsatzplus von 3,0 % (real 0,9 %) schnitten die Gastronomen ab. Der Cateringbereich konnte um 2,0 % (real 0,1 %) zulegen.

Im Geschäftsjahr 2017 legten die Bruttowerbeaufwendungen der werbungtreibenden Unternehmen um 1,9 % auf rund 31.867 Millionen Euro zu. Dabei zeigten einige Mediengruppen deutliche Zuwächse, darunter auch das vom Flughafen primär bediente Segment der Out-of-Home-Werbung mit einem Plus von 7 %.

Verschiebungen im Modal Split, der das Anreiseverhalten im Quellaufkommen widerspiegelt, sowie die Entwicklungen im Besucheraufkommen hatten unterschiedliche Auswirkungen auf das Geschäftsfeld Parken. Insbesondere das Geschäft der »Shared Mobility« (Mietwagen und Carsharing) profitierte vom erhöhten Passagieraufkommen. Verlagerungseffekte auf andere Anreisemittel, insbesondere auf die S-Bahn, konnten umsatzseitig durch eine im Durchschnitt längere Parkdauer kompensiert werden.

Wirtschaftliches Umfeld Immobilienvermarktung (Real Estate)

Der Markt für Büroimmobilien im Großraum München übertraf 2017 die Erwartungen und erzielte den höchsten Flächenumsatz seit 2000. Dem Marktbericht der Colliers International Deutschland Holding GmbH zufolge ist der Gesamtumsatz im Jahr 2017 um 26 % auf 984.200 Quadratmeter gestiegen.

Der Leerstand von Büroimmobilien wurde auch 2017 weiter abgebaut und ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte auf 2,4 % gesunken. Zum Jahresende 2017 standen mit 535.900 Quadratmetern rund 150.000 Quadratmeter weniger für die kurzfristige Anmietung zur Verfügung als ein Jahr zuvor.

Die Durchschnittsmiete für Büroimmobilien in München ist um 8 % auf 17,30 Euro/m² gestiegen. Die Spitzenmiete entwickelte sich mit einem Plus von 2 % (35,60 Euro/m²) etwas moderater.

Während Mieter immer größere Schwierigkeiten haben, geeignete Flächen zu finden, und daher bei Lage oder Ausstattung Kompromisse eingehen müssen, können Vermieter vielerorts höhere Mietpreise und geringere Incentives durchsetzen. Die Nachfrage nach Büroflächen ist unverändert hoch. Die Flächen werden jedoch immer knapper und haben insbesondere im Stadtgebiet schon kritisch niedrige Werte erreicht. Großnutzer sichern sich deshalb ihre Wunschflächen gerne über Projektanmietungen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass ein ausreichend langer Planungshorizont von durchschnittlich etwa drei Jahren notwendig ist.

Geschäftsverlauf

  • Ausgliederung des internationalen Beratungsgeschäfts
  • Eröffnung des Erweiterungsbaus des 5-Sterne-Hotels
  • Insolvenz von Air Berlin und Niki
  • Passagierrekord und Zunahme der Flugbewegungen
  • Bodenabfertigungsdienstleistungen in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld
  • Einzelhandel – Erholung in wichtigen Zielländern sorgt für erste Wachstumsimpulse
  • Gastronomie und Hotel – auf Erfolgskurs
  • Parken – Nachfrage wächst mit Passagieraufkommen
  • Werbung – schwieriges Marktumfeld
  • Impulse für die weitere Standort- und Immobilienentwicklung

Wichtige Ereignisse im abgelaufenen Geschäftsjahr

Mit notarieller Urkunde vom 20. Juli 2017 hat die FMG den Bereich »Internationales Beratungsgeschäft« im Wege der Ausgliederung zur Aufnahme gegen Gewährung neuer Anteile nach § 123 Abs. 3 UmwG auf die MAI übertragen. Die Ausgliederung erfolgte rückwirkend zum 1. Januar 2017. Damit nahm die MAI ihre operative Geschäftstätigkeit auf und wurde erstmals 2017 in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Nach zwei Jahren Bauzeit wurden der Erweiterungsbau und der neue Konferenzbereich des 5-Sterne-Hotels wie geplant fertiggestellt und Ende März 2017 eingeweiht. Auf sieben Geschossebenen bei einer Gesamtfläche von über 8.800 Quadratmetern zeigen sich 162 neue Zimmer im modernen Alpen-Look. Insgesamt besitzt das 5-Sterne-Hotel am Flughafen nun 551 Zimmer. Im Geschäftsjahr 2017 wurden hierfür TEUR 40.542 (davon TEUR 9.664 Zugänge im Jahr 2017) unter den Sachanlagen aktiviert.

Die Insolvenz von Air Berlin und Niki hat den deutschen Luftverkehr neu geordnet. Hierbei führte die Einstellung des Flugverkehrs Ende Oktober vorübergehend zu einer Reduzierung des Angebots. Die angebotenen Sitzplätze auf den innerdeutschen Strecken gingen zwischen Oktober und Dezember um 21 % zurück. Am Flughafen München hatte die Insolvenz einen erheblichen Effekt auf die Abfertigungsleistungen im Terminal 1. Die entstandenen Lücken im Flugverkehr konnten zum Teil durch andere Fluggesellschaften über erhöhte Auslastungen und den Einsatz von größeren Flugzeugen kompensiert werden. Für bilanzielle Risiken aus den Geschäftsbeziehungen zu der Air Berlin und Niki wurde angemessen Rechnung getragen.

Weitere Ereignisse, die sich wesentlich auf die Geschäftsentwicklung des Flughafens München ausgewirkt haben oder sich auswirken werden, haben im Geschäftsjahr nicht stattgefunden.

Geschäftsverlauf Aviation

Verkehrszahlen Flughafen München 1)

      Zunahme
  2017 2016 Absolut Relativ
Flugbewegungen 404.505 394.430 10.075 2,6 %
Passagiere in Millionen 44,6 42,3 2,3 5,5 %
Cargo-Umschlag in Tonnen 2) 388.517 375.121 13.396 3,6 %
1) Rundungsbedingte Abweichungen möglich
2) Zur besseren Vergleichbarkeit mit anderen Verkehrsflughäfen wird das Cargo-Volumen hier inklusive der Frachtmengen angegeben, die am Flughafen München im Transit an Bord des Flugzeugs verbleiben. Die Werte können sich daher von denen aus anderen Publikationen unterscheiden, wo nur Fracht- bzw. Cargo-Umschlag (ohne Transit) betrachtet werden.

Mit einem absoluten Anstieg von rund 2,3 Millionen Passagieren erzielte der Flughafen München erneut ein erfreuliches Wachstum und erreichte 2017 mit insgesamt 44,6 Millionen Passagieren (+5,5 %) ein neues Rekordergebnis. Zudem war der September 2017 mit 4,4 Millionen Fluggästen der verkehrsreichste Monat seit Eröffnung des Flughafens. Der bisher verkehrsstärkste Tag, an dem rund 164.000 Fluggäste abgefertigt wurden, fiel mit dem 29. September ebenfalls in das Jahr 2017. Die durch den Teilrückzug der Transavia Airlines und die Insolvenz der Air Berlin entstandenen Lücken konnten zum Teil durch andere Fluggesellschaften über erhöhte Auslastungen und den Einsatz größerer Flugzeuge kompensiert werden.

Trotz der Insolvenz von Air Berlin und Niki sowie des Teilrückzugs der Transavia Airlines aus München sind die Flugbewegungen 2017 weiter gestiegen. Der Anstieg um +2,6 % auf 404.505 Flugbewegungen liegt über dem Schnitt der deutschen Verkehrsflughäfen. Der Low-Cost-Carrier Transavia Airlines sah sich nach kurzem Engagement in München zu einem Teilrückzug gezwungen, da unter anderem die für einen wirtschaftlichen Betrieb nötigen Slotzeiten zu oft nicht mehr zur Verfügung standen und somit auch keine angemessenen Entwicklungsoptionen darstellbar waren. Low-Cost-Airlines müssen pro stationiertem Flugzeug täglich drei bis vier Umläufe realisieren, um im Markt zu bestehen. Dies war Transavia Airlines oftmals nicht möglich. Erfreulich sind dagegen die Entwicklungen bei der Deutschen Lufthansa. Nach einem starken Jahr 2017 werden zum Sommerflugplan 2018 fünf A380 als Ersatz für die A340-600 in München stationiert. 2017 hat die Deutsche Lufthansa (inklusive Cityline und Eurowings) rund 120 Flugzeuge am Flughafen München stationiert sowie vier weitere Maschinen des Partners bmi regional.

Flugzeugbewegungen am Flughafen München

In Tausend

Grafik: Flugzeugbewegungen am Flughafen München

Die Zahl der angebotenen Sitzplätze stagnierte bei 153 Sitze pro Flug. Der Trend der vergangenen Jahre zu größerem Fluggerät war 2017 nicht mehr festzustellen. Das Passagierwachstum wurde daher durch die bessere Auslastung von 76,5 % (+1,4 Prozentpunkte) und ein erhöhtes Flugangebot ermöglicht.

Sowohl der Originär- als auch der Umsteigeverkehr waren wichtige Treiber der Verkehrsentwicklung. München hat inzwischen mit 28,3 Millionen Fluggästen mehr Originärpassagiere (Passagiere, die nicht umsteigen) als der Flughafen Frankfurt oder alle anderen Flughäfen im deutschsprachigen Raum. Der Umsteigeranteil von rund 36 % blieb unverändert zum Vorjahr.

Die Nachfrage nach innerdeutschen Flügen stieg auf 9,8 Millionen Passagiere. Dies bedeutete ein Plus von rund 214.000 Passagieren (+2,2 %). Die innerdeutschen Bewegungen stiegen um 1,1 % beziehungsweise rund 980 auf circa 88.000 Starts und Landungen. Dies ist angesichts der Insolvenz der Air Berlin, die zuletzt von München aus fast ausschließlich auf innerdeutschen Routen unterwegs gewesen ist, ein bemerkenswertes Ergebnis. Der kontinentale Verkehr verzeichnete deutliche Zuwächse: Die Flugbewegungen stiegen auf rund 261.000, was einem Plus von rund 9.000 Flügen beziehungsweise 3,6 % entspricht. Auch wurden im Vergleich zum Vorjahr circa 1,7 Millionen mehr Passagiere (27,4 Millionen) befördert. Dies entspricht einem Anstieg von 6,6 %.

Relativ am stärksten wuchs allerdings der Langstreckenverkehr. Interkontinental waren knapp 7,3 Millionen Passagiere unterwegs, 476.000 mehr als im Vorjahr (+7,0 %). Auch die Langstreckenbewegungen erhöhten sich um 1,8 % (540 Flüge mehr) auf insgesamt 31.400 Langstreckenflüge.

Passagierentwicklung am Flughafen München

In Millionen

Grafik: Passagierentwicklung am Flughafen München

Gemessen an den Zuwachsraten war der Luftfrachtumschlag im Jahr 2017 das erfolgreichste Verkehrssegment. Mit einem Anstieg um 28.334 Tonnen auf 362.831 Tonnen beziehungsweise +8,5 % konnte ein neues Rekordergebnis erzielt werden.

Mit einem Anteil von über 80 % ist die auf Passagiermaschinen aus- und zugeladene Frachtmenge, die sogenannte Beiladefracht, das wichtigste Verkehrssegment. Wie im Vorjahr stieg die Menge der transportierten Beiladefracht mit 38.419 Tonnen deutlich um 14,1 % auf 310.863 Tonnen an. Die auf reinen Frachtflügen transportierte Menge, die sogenannte »Nur-Fracht«, ging im Jahresvergleich zurück. Dieser Verlust wurde jedoch durch das Wachstum der Beiladefracht mehr als kompensiert. In Summe ergab sich das höchste Frachtergebnis, das je für den Flughafen München registriert wurde.

Die Luftpost wurde vom 26. März 2017 bis zum Ende des Sommerflugplans eingestellt und erst zum Beginn des Winterflugplans am 29. Oktober 2017 wieder aufgenommen. Daraus resultiert ein Rückgang von 16,6 % auf 15.972 Tonnen.

Insgesamt ist der Cargo (Summe aus Luftfracht und Luftpost inklusive Transit) um 3,6 % auf 388.517 Tonnen gestiegen. 

Luftfracht und Luftpost (inklusive Transit) am Flughafen München

In Tonnen

Grafik: Luftfracht und Luftpost am Flughafen München

Im Vergleich mit den Verkehrsergebnissen der in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) vertretenen Flughäfen entwickelte sich München bei den Flugbewegungen und Passagieren überdurchschnittlich. Beim Cargo-Aufkommen (Luftfracht und Luftpost inklusive Transit) blieb München hinter dem ADV-Schnitt zurück.

Verkehrsergebnisse 2017 im Vergleich

Bewegungen (gesamter Verkehr) 1,6 2,6
Passagiere (gewerblicher Verkehr) 5,1 5,5
Cargo (Luftfracht und Luftpost und Transit) 6,4 3,6

Trotz erfreulicher Zuwächse verblieb München im europäischen Ranking der verkehrsstärksten Flughäfen nach Passagieren auf Rang 9. Bei den Flugbewegungen konnte der siebte Platz behauptet werden (Airports Council International, Stand: Januar 2018).

Am Flughafen München gibt es zwei Bodenabfertigungslizenzen. Eine davon ist fest an die Tochtergesellschaft AeroGround Flughafen München GmbH (AE München) vergeben. Der Marktanteil der AE München lag im Jahr 2017 bei 57,7 % und legte um knapp 0,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr zu. Insgesamt konnte die AE München ein deutliches Abfertigungsmengenwachstum von insgesamt 3,9 % erreichen. Die positiven Veränderungen sind maßgeblich das Resultat des von der Deutschen Lufthansa vollzogenen Flottenwachstums unter anderem im Zusammenhang mit der A350 im Terminal 2.

Der rückläufige Marktanteil im Terminal 1 ergibt sich aus einem Wachstum im Low-Cost-Segment, an dem die AE München nicht partizipieren konnte. Zudem hatte die Insolvenz von Air Berlin und Niki einen erheblichen Effekt auf die Abfertigungsleistungen im Terminal 1, der sich bereits ab August 2017 abzeichnete.

In Berlin-Tegel übernahm die AeroGround Berlin GmbH mit dem Sommerflugplan 2017 die Bodenabfertigungsleistungen für die Air Berlin und wurde damit Marktführer. Der Anbieterwechsel brachte in den ersten Wochen zahlreiche Herausforderungen mit sich, die Performance konnte in den Folgemonaten jedoch immer weiter stabilisiert werden. Mit der Insolvenzanmeldung von Air Berlin und der damit verbundenen Einstellung des Flugverkehrs Ende Oktober sind die Abfertigungen in Berlin-Tegel signifikant zurückgegangen.

Geschäftsverlauf Commercial Activities

Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich der Umsatz im Bereich Commercial Activities insgesamt positiv, im Vergleich zu der dynamisch steigenden Passagierentwicklung jedoch leicht unterproportional. Dabei führten unter anderem Passagierverlagerungen vom Terminal 1 in das Terminal 2 und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Effekte zu teils heterogenen Entwicklungen.

Im Gegensatz zum Vorjahr konnten die Umsatzerlöse im Einzelhandel gesteigert werden. Starke Wachstumsimpulse gingen insbesondere von den Zielländern China und Russland aus. Der Umsatz mit beiden Ländern stieg überproportional zur Zahl der Einsteiger. Auch der Durchschnittsbon legte hier im Vergleich zum Vorjahr zu. Damit scheinen sich erste Zeichen der Erholung einzustellen, da die Umsatzerlöse mit beiden Zielländern in den vergangenen Jahren zum Teil deutlich rückläufig waren.

Seit dem Referendum Großbritanniens zum Austritt aus der EU im Jahr 2016 hat das britische Pfund deutlich an Wert verloren, was sich unmittelbar auf das Konsumverhalten der Passagiere aus Großbritannien auswirkte. Trotz steigender Passagierzahlen waren die Umsatzerlöse mit dieser Kundengruppe nach wie vor rückläufig.

Die weiterhin bestehenden politischen Unruhen in der Türkei führten wie bereits im Vorjahr zu einem deutlich geringeren Passagieraufkommen für die Destination Türkei, was sich auch in entsprechend niedrigeren Umsatzerlösen im Einzelhandel niederschlug.

Dank dynamisch steigender Passagierzahlen sowie der Neueröffnung von zwei gastronomischen Einheiten konnten die Umsätze der Restaurants und Bars absolut wie auch je Passagier erneut gesteigert werden. Die Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit Umbaumaßnahmen sowie Renovierungen mehrerer Restaurants wurden überkompensiert.

Im Bereich Hotel konnten der Erweiterungsbau mit 162 zusätzlichen Zimmern sowie das neue Konferenzzentrum erfolgreich in Betrieb gehen. Bei den Skytrax Awards 2017 wurde das 5-Sterne-Hotel im Zentralbereich des Flughafens München zum dritten Mal in Folge als bestes Flughafenhotel in Europa ausgezeichnet.

Vom Wachstum der Passagierzahlen im Originäraufkommen profitierte die Parkraumbewirtschaftung leicht unterproportional. Trotz geringfügig zurückgegangener Parkvorgänge konnte der Umsatz bei geändertem Parkverhalten und durch eine Weiterentwicklung der Produktkategorien insgesamt gesteigert werden.

Das Wachstum der Werbegattung »Out-of-Home« schlug sich am Flughafen München nicht in dem Maße nieder wie erwartet. Die Werbeeinnahmen waren insgesamt auf Vorjahresniveau. In den Terminals entwickelten sie sich dagegen heterogen. Im Satellitengebäude konnte aufgrund moderner digitaler Werbemedien ein deutliches Wachstum verzeichnet werden. Im Terminal 1 hingegen war die Vermarktungssituation aufgrund der dort größtenteils analogen Werbeinszenierungen schwierig.

Geschäftsverlauf Real Estate

Das Immobiliengeschäft des Flughafens München stagniert weiterhin auf hohem Niveau. Im Geschäftsjahr 2017 kamen keine neuen wesentlichen erlösbringenden Objekte hinzu. Vornehmlich aufgrund der angespannten Wettbewerbssituation der Airlines waren bei den Bestandsimmobilien keine Mieterlössteigerungen über die Indexierung hinaus möglich.

Im Rahmen der Erschließung der AirSite West wurde als erste verkehrsentlastende Maßnahme an der Kreuzung Nordallee/Novotel ein Kreisverkehr mit Bypass fertiggestellt. Die ehemalige Bauzentrale 2 und weitere Nebengebäude wurden abgerissen, um künftige Baufelder freizumachen. Des Weiteren fanden Kanalbaumaßnahmen im Bereich der AirSite West statt.

Einhergehend mit der Immobilienstrategie entsteht ebenfalls in diesem Areal nahe dem Besucherpark der neue Parkbereich P51 mit rund 1.400 Stellplätzen.

Für die weitere Entwicklung im Luftverkehr wird derzeit im Osten eine neue Rampengerätestation für die Enteisung und das Schleppen von Flugzeugen errichtet.

Ertrags-, Vermögens-, und Finanzlage

Ertragslage

      Zu-/Abnahme
TEUR 2017 2016 Absolut Relativ in %
Umsatzerlöse Aviation 798.541 719.742 78.799 10,9
Umsatzerlöse Non-Aviation 670.194 644.380 25.814 4,0
Gesamtumsatzerlöse 1.468.735 1.364.122 104.613 7,7
Sonstige Erträge 44.057 66.573 -22.516 -33,8
Gesamtleistung 1.512.792 1.430.695 82.097 5,7
Materialaufwand -398.988 -352.085 -46.903 13,3
Personalaufwand -482.081 -452.515 -29.566 6,5
Sonstige Aufwendungen -111.736 -97.092 -14.644 15,1
EBITDA 519.987 529.003 -9.016 -1,7
Abschreibungen -217.617 -239.071 21.454 -9,0
EBIT 302.370 289.932 12.438 4,3
Finanzergebnis 1) -73.130 -80.059 6.929 -8,7
EBT 229.240 209.873 19.367 9,2
Ertragsteuern -70.440 -58.242 -12.198 20,9
EAT 158.800 151.631 7.169 4,7
1) Hierin ist auch das Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen enthalten.
  • Ergebnis nach Steuern erneut gestiegen
  • Vermögenslage – Flughafen München baut Liquiditätsreserven auf
  • Kapitalstruktur – Rücklagenbildung trotz Rückzahlung von Darlehen
  • Operativer Cashflow ist Grundlage der hervorragenden Liquidität
  • Investitionen – Eröffnung des Erweiterungsbaus des 5-Sterne-Hotels

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2017 hat sich das Ergebnis nach Steuern (EAT) des Flughafens München um TEUR 7.169 auf TEUR 158.800 erhöht. Nachfolgend werden die Ursachen für diesen Anstieg im Einzelnen erläutert.

Im Geschäftsjahr 2017 stiegen die Umsatzerlöse des Flughafens München um TEUR 104.613 beziehungsweise 7,7 % auf TEUR 1.468.735. Das größte anteilige Umsatzwachstum fiel mit 75,4 % (TEUR 78.799) im Geschäftsfeld Aviation (inklusive Bodenverkehr) an. Bei den Non-Aviation-Umsatzerlösen ist der Anstieg (+4,0 %) vollumfänglich dem Geschäftsfeld Commercial Activities zuzurechnen. Die Umsatzerlöse des Geschäftsfelds Real Estate lagen mit TEUR 126.918 auf Vorjahresniveau.

Den größten Beitrag zum Umsatzwachstum im Geschäftsfeld Aviation leisteten die Passagier- und Landeentgelte.

Im Vergleich zum Wachstum des MTOM (Maximum Take-Off Mass) und der Passagierzahlen stiegen die Umsätze aus Lande- und Passagierentgelten überproportional.

Umsatz- und Mengenwachstum bei Passagier- und Landeentgelten

In %

Grafik: Umsatz- und Mengenwachstum bei Passagier- und Bewegungsentgelten

Trotz der Insolvenz von Air Berlin und Niki konnten die Umsatzerlöse im Bodenverkehr sowie in der Passagier- und Frachtabfertigung um insgesamt TEUR 24.096 (+15,7 %) gesteigert werden. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem ein höheres Verkehrsaufkommen, neue Kunden (wie zum Beispiel Air Berlin in Berlin-Tegel für den Zeitraum März bis Oktober 2017) und gestiegene Beauftragungen bei Bestandskunden.

Die Umsatzerlöse im Geschäftsfeld Commercial Activities sind über alle Tätigkeitsfelder hinweg gewachsen. Den stärksten Anstieg verzeichnete die Gastronomie und Hotellerie (+14,0 %) sowie das Parken (+6,9 %).

Umsatz (Commercial Activities)

In TEUR

Grafik: Umsatz (Commercial Activities)

Ursächlich für den Rückgang der sonstigen Erträge (inklusive aktivierter Eigenleistungen) (TEUR -22.516) waren vor allem geringere Erträge aus der Veräußerung von Ersatzgrundstücken (TEUR 3.209; Vorjahr: TEUR 27.264).

Nach 25 Jahren Betriebszeit nimmt der Sanierungsbedarf der Bauten aus der ersten Ausbaustufe des Flughafens München zu. Dementsprechend steigen die Aufwendungen für Sanierungs-, Optimierungs- und Umbaumaßnahmen stetig an. Des Weiteren erhöhten sich die Aufwendungen für bezogene Leistungen im Zusammenhang mit der Beauftragung von Subunternehmern im Bereich der Bodenabfertigung am Standort Berlin-Tegel. Insgesamt stieg der Materialaufwand um TEUR 46.903 beziehungsweise 13,3 % an.

Der Personalaufwand des Flughafens München wird wesentlich durch die Anzahl der Mitarbeiter und die Höhe der Vergütung der gemäß Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) beschäftigten Mitarbeiter bestimmt. Das tarifliche Entgelt im TVöD wurde zum 1. Februar 2017 um 2,35 % erhöht. Zudem hat der Konzern im Geschäftsjahr erneut zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter hat sich gegenüber dem Vorjahr von 8.891 auf 9.316 erhöht. Insgesamt stieg der Personalaufwand um 6,5 % auf TEUR 482.081.

Die sonstigen Aufwendungen erhöhten sich auf TEUR 111.736. Ursächlich hierfür waren unter anderem höhere Miet- und Leasingaufwendungen sowie gestiegene Kosten für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit.

Der Rückgang der Abschreibungen (9,0 % beziehungsweise TEUR 21.454) ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass im Geschäftsjahr 2017 einzelne Komponenten von Gebäuden aus der Abschreibung entfallen sind.

Das Finanzergebnis hat sich um 8,7 % auf TEUR -73.130 verbessert. Ursächlich hierfür waren die zahlungsunwirksamen Neubewertungsgewinne aus der Bewertung der Derivate und der Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften im sonstigen Finanzergebnis. Das Zinsergebnis lag mit TEUR -83.605 leicht über Vorjahresniveau bedingt durch den erfassten Zinsaufwand aus den Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften. Die tatsächlich gezahlten Zinsen konnten dagegen durch Tilgungen und niedrige Zinsen weiter reduziert werden.

Der Steueraufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um ein Fünftel auf TEUR 70.440 erhöht. Dies ist vor allem auf die geringeren latenten Steuererträge (TEUR 6.447; Vorjahr: TEUR 18.921) zurückzuführen. Die laufenden Ertragsteuern blieben wegen der positiven steuerlichen Ergebnisse auf Vorjahresniveau.

Vermögens- und Finanzlage

Der Rückgang der langfristigen Aktiva ist auf die geringeren Investitionen am Flughafen München zurückzuführen. Im Vorjahr wurden die langfristigen Aktiva durch die Fertigstellung des Satellitengebäudes geprägt.

Vermögenslage

TEUR 31.12.2017 31.12.2016 Absolut Relativ in %
Langfristige Aktiva 4.999.768 5.100.966 -101.198 -2,0
Kurzfristige Aktiva 1) 306.516 142.895 163.621 >+100,0
davon Finanzmittelfonds 6.625 6.034 591 9,8
Aktiva 5.306.284 5.243.861 62.423 1,2
Eigenkapital 2.086.254 1.942.907 143.347 7,4
Übrige langfristige Passiva 2) 2.292.898 2.444.537 -151.639 -6,2
Übrige kurzfristige Passiva 927.132 856.417 70.715 8,3
Passiva 5.306.284 5.243.861 62.423 1,2
1) Einschließlich Vermögenswerten mit Veräußerungsabsicht
2) Einschließlich Finanzschulden aus Personengesellschaften

Der Rückgang der langfristigen Aktiva ist auf die geringeren Investitionen am Flughafen München zurückzuführen. Im Vorjahr wurden die langfristigen Aktiva durch die Fertigstellung des Satellitengebäudes geprägt.

Im Geschäftsjahr 2017 hat der Flughafen München Barmittel mit einem Gesamtbetrag von TEUR 158.000 in kurzfristigen Geldmarktgeschäften und Termingeldern angelegt. Aufgrund dessen sind die kurzfristigen Aktiva um TEUR 163.621 auf TEUR 306.516 angestiegen. Darüber hinaus hat die FMG im Geschäftsjahr 2017 erstmals ein Commercial-Paper-Programm (ohne Handel an der Wertpapierbörse) in Höhe von TEUR 100.000 aufgelegt, das für kurzfristige Finanzierungen zur Verfügung steht. Emissionen im Rahmen dieses Programms haben im Berichtsjahr nicht stattgefunden.

Vom Konzernjahresüberschuss des Vorjahres (TEUR 151.631) hat die Gesellschaft TEUR 30.000 an die Gesellschafter ausgeschüttet. Der verbleibende Betrag wurde im Geschäftsjahr 2017 thesauriert.

Die Veränderungen der übrigen Passiva sind im Wesentlichen dem Finanzierungsbereich zuzuordnen. Der Rückgang ist hauptsächlich auf Tilgungen von Darlehen in Höhe von TEUR 69.175 zurückzuführen. Im Gegenzug erhöhte sich die Ausschöpfung von Kreditlinien um +TEUR 32.600.

Die Eigenkapitalquote hat sich vor allem aufgrund des Ergebnisses des Geschäftsjahres verbessert.

Kapitalstruktur

      Zu-/Abnahme
TEUR 31.12.2017 31.12.2016 Absolut Relativ in %
Gezeichnetes Kapital 306.776 306.776 0 0,0
Rücklagen 150.767 150.993 -226 -0,1
Übriges Eigenkapital 1.628.698 1.485.125 143.573 9,7
davon Jahresüberschuss 158.800 146.736 12.064 8,2
Minderheiten 13 13 0 0,0
davon Jahresüberschuss 0 4.895 -4.895 -100,0
Eigenkapital 2.086.254 1.942.907 143.347 7,4
         
Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften 315.375 293.561 21.814 7,4
         
Gesellschafterdarlehen 491.913 491.913 0 0,0
         
Darlehen mit fester Zinsbindung 687.535 704.843 -17.308 -2,5
Darlehen mit variabler Zinsbindung 829.527 839.602 -10.075 -1,2
Darlehen 1.517.062 1.544.445 -27.383 -1,8
         
Derivate 51.255 70.293 -19.038 -27,1
         
Sonstige Schulden 844.425 900.742 -56.317 -6,3
         
Fremdkapital 3.220.030 3.300.954 -80.924 -2,5
         
Eigenkapitalquote 39 % 37 % - -

Die wesentlichen Ausstattungsmerkmale der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten des Flughafens München können der folgenden Übersicht entnommen werden:

Konditionen langfristiger Termingeschäfte

        Zinssatz in %
Finanzierungsart Währung Zinsbindung Restschuld in TEUR von bis
Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften EUR ergebnisabhängig 315.375
Gesellschafterdarlehen EUR variabel/ergebnisabhängig 491.913 Basiszins zzgl. Marge
Darlehen EUR variabel 836.260 3M- und 6M- EURIBOR zzgl. Marge
Darlehen EUR fest 695.879 0,48 4,05
(Stand 31.12.2017)

Die Gesellschafterdarlehen stehen unbefristet zur Verfügung und werden anhand des Basiszinssatzes zuzüglich einer Marge verzinst, sofern das Jahresergebnis und die voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung dies zulassen.

Die Darlehen sind mit üblichen nicht-finanziellen Covenants, unter anderem Negativverpflichtungen und Gleichrangigkeitserklärungen, ausgestattet. Darüber hinaus bestehen weitere allgemein übliche Vereinbarungen zur Zinsanpassung und Rückzahlung bei Veränderungen in der Gesellschafterstruktur. Finanzielle Covenants wurden nicht vereinbart.

Risiken aus Zins- und Wechselkursschwankungen begegnet der Flughafen durch Absicherung mittels Zinspayerswaps und Devisentermingeschäften. Die Zinssicherungen werden als Bewertungseinheit bilanziert.

Konditionen der Sicherungsgeschäfte

      Fixzins in % Terminkurs in EUR/USD  
Sicherungsgeschäfte Nominal Währung von bis von bis Grundgeschäfte
Zinspayerswaps 724.000 TEUR 0,28 2,92 - - Konsortialkredite
Devisentermingeschäfte 1) 4.626 TEUR - - 1,09 1,20 Erwartete Transaktionen
1) Diese Sicherungsbeziehungen werden nicht bilanziert.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2017 lagen die Investitionen in Sachanlagen am Flughafen München insgesamt bei TEUR 125.851. Dem standen planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 205.322 gegenüber.

Liquidität

Kapitalflussrechnung

In TEUR

Grafik: Kapitalflussrechnung

Aus dem Zahlungsmittelfluss aus der betrieblichen Tätigkeit standen im Geschäftsjahr 2017 ausreichend Finanzmittel zur Verfügung, um die Liquidität der Gesellschaft im operativen Geschäftsbetrieb sicherzustellen. Zahlungsmittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit ergaben sich aus dem Erwerb und der Herstellung von Sachanlagen und kurzfristigen Termingeldanlagen. Aufgrund von Ausschüttungen an die Gesellschafter, Darlehenstilgungen und Zinszahlungen ergab sich ein negativer Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war vor allem durch die Eröffnung des Erweiterungsbaus des 5-Sterne-Hotels geprägt. Nach zweijähriger Bauzeit wurde im März 2017 der Ausbau in Betrieb genommen. Insgesamt hat der Flughafen München für das Konferenzzentrum und die 162 neuen Zimmer TEUR 40.542 investiert. Im Geschäftsjahr 2017 sind dafür TEUR 9.664 dem Sachanlagevermögen zugegangen. Der Restbetrag wurde aus den Anlagen in Bau umgebucht.

Daneben wurde eine Vielzahl laufender Investitionsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2017 aufgenommen und fortgeführt. Hierzu zählen unter anderen Investitionen im Zusammenhang mit der Erweiterung und der Modernisierung des Terminals 1, die Planung von Baumaßnahmen an Parkhäusern, die Erschließung der AirSite West sowie zahlreiche Ersatzbeschaffungen im Bereich IT und Technik.

Zielerreichung und Gesamtaussage

Im Vergleich zum Vorjahr und zur prognostizierten Entwicklung haben sich diese Leistungsindikatoren wie folgt entwickelt:

Prognose-Ist-Vergleich

  2016 2017 2017  
  Ist Prognose Ist  
      von bis    
      % %    
EBT in TEUR 209.873 Anstieg 1,0 5,0 229.240 übertroffen
CO2-Einsparungen in Tonnen 5.324 Anstieg 228,1 233,1 14.367 erreicht
Passagiererlebnisindex Abflug 82,02 Anstieg 0,5 1,0 80,94 nicht erreicht
Passagiererlebnisindex Ankunft 79,85 Anstieg 0,5 1,0 81,00 übertroffen
Mitarbeiterbindungsindex 1) 73 unverändert     86,6 übertroffen
1) Der Mitarbeiterbindungsindex bezieht sich auf die FMG, da so über alle durchgeführten Befragungen die beste Vergleichbarkeit der Ergebnisse ermöglicht wird. Der angegebene Wert resultiert aus der letzten Erhebung 2017.

Ergebnis vor Steuern (EBT)

Mit TEUR 19.367 ist das EBT des Flughafens München im Geschäftsjahr 2017 um 9,2 % und damit deutlich stärker gewachsen als angenommen. Ursache hierfür waren vor allem die höheren Umsatzerlöse im Bereich Aviation und im Bereich Gastronomie und Hotel und die geringeren Ausgaben für Fremdleistungen im Zusammenhang mit Instandhaltungsmaßnahmen.

CO2-Einsparungen

Zur Erreichung der langfristigen Klimaschutzziele werden jährlich verbindliche Zielvorgaben für Bereiche und Töchter des Konzerns vereinbart. Sie beinhalten Vorgaben zur Umsetzung und Anrechnung von Effizienzmaßnahmen und Sonderziele zum Aufbau CO2-mindernder Techniken, wie zum Beispiel die schrittweise Inbetriebnahme der Pre-Conditioned-Air-Anlagen (PCA-Anlagen) von 2016 bis 2019. Die Summe aus Effizienz- und Sonderzielen konnte 2017 mit insgesamt 14.367 Tonnen übererfüllt werden.

Passagiererlebnisindex (PEI)

Im Geschäftsjahr 2017 konnte der Flughafen München gegenüber 2016 die Zufriedenheit der in München aussteigenden Passagiere um 1,44 % steigern. Dies gelang unter anderem durch die Optimierung der Informationssysteme an den Gepäckausgabebändern im Terminal 2 sowie die Verkehrszunahme im Satellitengebäude des Terminals 2. Bei den abfliegenden Passagieren verringerte sich die Passagierzufriedenheit um 1,32 %, was vor allem an dem starken Verkehrswachstum in diversen Terminalbereichen und den damit verbundenen längeren Wartezeiten bei einzelnen Prozessschritten entlang der Passagiererlebniskette gelegen hat.

Mitarbeiterbindung

Der Mitarbeiterbindungsindex wird alle drei Jahre im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung erhoben. Die letzte Vollerhebung dieser Kennzahl fand 2017 statt, einmalig in einem Erhebungsrhythmus von vier Jahren. Der Mitarbeiterbindungsindex verbesserte sich im Vergleich zu 2013 um 13,6 Prozentpunkte auf 86,6 %. Ein Folgeprozess, der im ersten Quartal 2018 in Gang gesetzt wird, beschäftigt sich mit der Analyse der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung in den einzelnen Bereichen. Danach werden bereichsspezifische Maßnahmen entwickelt, die zu Verbesserungen führen sollen.

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