Aviation

Foto: Terminal 1 A-E F

Effizienter Drehkreuzflughafen

Der Geschäftsbereich Aviation verantwortet das Kerngeschäft der FMG. Er stellt die Luftverkehrsinfrastruktur und -dienstleistungen für Airlines und Passagiere unter Mitwirkung von Behörden und weiteren Beteiligten zur Verfügung und vermarktet sie. Dabei fördert er die Drehkreuzfunktion des Münchner Flughafens. An einem Drehkreuz werden Flüge effizient und ressourcenschonend gebündelt. Das ermöglicht viele Verbindungen mit einem Minimum an eingesetzten Flugzeugen. Besonders der Langstreckenverkehr wäre im gewohnten Umfang ohne Zubringerdienste nicht darstellbar. Der seit dem Jahr 2015 prozentual stabile Umsteigeranteil von 36 Prozent sichert die wichtige Drehkreuzfunktion des Flughafens München. Absolut betrachtet hat die Zahl der Umsteiger seit 2011 um 1,42 Millionen Passagiere zugenommen.

München im europäischen Vergleich 2017

Grafik: München im europäischen Vergleich 2017
Stand: 29. Januar 2018 / Quelle: Airports Council International (ACI)

Flughafen München bietet viele Anschlussmöglichkeiten

Der Flughafen München verfügt im deutschen Vergleich über das dichteste Netz an kontinentalen Flügen. Dadurch kann er viele innereuropäische Ziele und – in Verbindung mit den Interkontinentaldiensten – auch Umsteigeverbindungen zu Fernstrecken anbieten. Der Flughafen München zeichnet sich dabei durch eine kurze Mindestumsteigezeit (Minimal Connecting Time), eine hohe Service- und Aufenthaltsqualität sowie effiziente Prozesse aus. Die guten Anschlussmöglichkeiten spiegeln sich auch in der Platzierung im Airport Industry Connectivity Report 2017 des ACI wider. Dieser Report bewertet die Verbindungsqualität einzelner Luftverkehrsdrehkreuze. Im europäischen Vergleich erreichte der Flughafen München den sechsten Rang und weltweit Platz 11. Jedoch ist der Flughafen München nicht nur als Umsteigehub attraktiv, sondern punktet auch mit zahlreichen Direktverbindungen. Aufwind erfuhr dieses Segment 2017 durch die stärkere Präsenz der Lufthansa-Tochter Eurowings.

Erfolgsmodell Drehkreuz

An einem Drehkreuz werden Flüge effizient und ressourcenschonend gebündelt. Das ermöglicht viele Verbindungen mit einem Minimum an eingesetzten Flugzeugen.

Beispiel: Verknüpfung von zehn Flughäfen

Grafik: Verknüpfung von Flügen

Weiter steigende Passagierzahlen und Flugbewegungen

2017 gab es mit 44,6 Millionen Reisenden einen neuen Passagierrekord – im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 5,5 Prozent. Die aus der Insolvenz der Air Berlin resultierenden Flugstreichungen haben Mitbewerber weitgehend aufgefangen. Im Ranking der passagierstärksten Flughäfen Europas verblieb der Münchner Airport auf Rang 9. Die Zahl der Flugbewegungen stieg erneut an und erreichte mit einem Plus von 2,6 Prozent einen Wert von rund 405.000 Flügen, trotz deutlich negativer Einflüsse durch die Insolvenz der Air Berlin.

Ziele mit dem größten Passagieraufkommen

Grafik: Ziele mit dem größten Passagieraufkommen

Neue Bestmarke im dritten Quartal

In den Monaten Juli, August und September zählte der Flughafen München rund 13 Millionen Fluggäste – der Wert des Vorjahrs konnte nochmals deutlich übertroffen werden.

Grafik: Neue Bestmarke im dritten Quartal

Passagierstruktur im Jahr 2017

Grafik: Passagierstruktur im Jahr 2017

Hohe Wachstumsraten bei der Fracht

Die höchsten Wachstumsraten erzielte mit 8,5 Prozent die in München umgeschlagene Fracht (362.831 Tonnen). Mit 7,1 Prozent stieg das Cargo-Aufkommen, die Summe aus Fracht- und Postumschlag, etwas verhaltener auf 378.803 Tonnen. Besonders positiv entwickelte sich die sogenannte Beiladefracht, die auf Passagierflugzeugen transportiert wird. Sie erhöhte sich um 14,1 Prozent auf 310.820 Tonnen. Weit über 90 Prozent dieses wichtigen Frachtanteils werden auf der Langstrecke befördert, einem Verkehrssegment, das ohne die Drehkreuzfunktion des Flughafens München so nicht existieren würde.

Moderne Flugzeugtypen werten Standort auf

Im Jahr 2017 setzte die Deutsche Lufthansa in München erstmals das modernste Langstreckenflugzeug Airbus A350 im Liniendienst ein. Insgesamt 15 Maschinen dieses Typs stationiert die Lufthansa in München und stärkt durch deren Effizienz mit niedrigem Verbrauch und geringerer Lärmbelastung den Standort. Die Bedeutung Münchens als Langstreckenflughafen mit attraktivem Einzugsgebiet belegt zudem die 2017 angekündigte Stationierung von fünf Airbus A380 der Lufthansa zum Sommerflugplan 2018. Dieses weltgrößte Passagierflugzeug kann nur an besonders nachfragestarken und effizienten Drehkreuzen wirtschaftlich eingesetzt werden.

Mehr Airlines bedienen mehr Ziele

Die Zahl der von München aus direkt angeflogenen Ziele wuchs 2017 um neun auf 266 Destinationen. Vor allem die Lufthansa baute das Verkehrsnetz am Standort München mit diversen Frequenzerhöhungen im kontinentalen und interkontinentalen Bereich deutlich aus. Der Low-Cost-Anbieter Eurowings erweiterte sein Angebot um rund hundert tägliche Abflüge zu 30 Destinationen und kündigte für das Jahr 2018 die Stationierung von drei Langstreckenflugzeugen in München an. Seit März 2017 fliegt Eurowings ab dem Terminal 2. Im weiteren Jahresverlauf zogen außerdem Etihad Airways und Oman Air aufgrund der Codeshare-Kooperation mit der Lufthansa ins Terminal 2. Condor stockte ihr Langstreckenangebot im Sommerflugplan um die Ziele Las Vegas und Seattle auf und erhöhte die Frequenzen nach Punta Cana, zum Winterflugplan flog sie die Ziele Fort-de-France im Dreiecksflug mit Bridgetown sowie Dubai und Recife an. United Airlines nahm eine tägliche Verbindung nach San Francisco neu auf. Die irische Low-Cost-Airline Ryanair führte im Sommer 2017 zwei tägliche Flüge zwischen Dublin und München ein. Zum Winterflugplan startete easyJet bis zu acht tägliche Flüge nach Berlin-Tegel, um weggefallene Anschlüsse der Air Berlin auszugleichen.

Dichtes Verkehrsnetz zu zahlreichen Destinationen

Grafik: Dichtes Verkehrsnetz zu zahlreichen Destinationen

Destinationen weltweit

Grafik: Destinationen weltweit

Hohe Safety-Standards offiziell bestätigt

Neben der Airport Security (Luftsicherheit) ist für Flughäfen die Airport Safety sehr wichtig. Dazu zählen der sichere Betrieb von Luftfahrzeugen sowie die Gewährleistung der technischen Betriebsbereitschaft von Infrastruktur und Systemen für die sichere Flugbetriebsabwicklung. Der Münchner Airport entwickelt das bestehende Safety-Management-System (SMS) kontinuierlich weiter, um seinen anerkannt hohen Safety-Standard auch bei steigenden Passagierzahlen und zunehmender Komplexität im Luftverkehr beizubehalten und zu verbessern. Das Safety-Management identifiziert und bewertet zum Beispiel Risiken im Rahmen von Safety- und Risk-Assessments und initiiert Maßnahmen, um die Safety des Flug- und Flughafenbetriebs nach internationalen Standards zu gewährleisten.

2014 verabschiedete die EU neue Regularien für die Zertifizierung von Flughäfen. Damit verfolgt sie das Ziel, die Safety-Standards zu harmonisieren und ein einheitlich hohes Sicherheitsniveau an allen europäischen Verkehrsflughäfen zu schaffen. In diesem Prozess erlangte der Flughafen München im Dezember 2017 eine auf den Forderungen der EASA (European Aviation Safety Agency) basierende Zertifizierung. Damit erfüllte der Münchner Airport eine wesentliche Voraussetzung zum Erhalt der Betriebserlaubnis. Der Flughafen München unterliegt weiterhin regelmäßigen Inspektionen und Kontrollen durch die zuständige Genehmigungsbehörde, die Regierung von Oberbayern, Luftamt Südbayern.

Flughafenfeuerwehr: neu organisiert

Die Münchner Flughafenfeuerwehr ist auf dem Campus nicht nur für den Brandschutz zuständig, sondern auch im Rettungsdienst tätig. Mit ihren zwei Wachen erreicht sie jeden Punkt auf den Start- und Landebahnen innerhalb von maximal 180 Sekunden nach Auslösen eines Alarms. Die kurze Reaktionszeit entspricht den höchsten Anforderungen (Kategorie 10) der ICAO (International Civil Aviation Organization) und wird damit den hohen Sicherheitsstandards am Flughafen München gerecht. Seit Oktober 2017 bildet die Flughafenfeuerwehr gemeinsam mit der bisherigen Unternehmenssicherheit den neuen Konzernbereich Konzernsicherheit, nachdem sie zuvor organisatorisch dem Geschäftsbereich Aviation zugeordnet war. Ziel der Verlagerung war es, kritische Sicherheitslagen im Zusammenspiel mit den Behörden am Flughafen maximal wirksam bewältigen zu können. Im September 2017 stand die von der ICAO geforderte regelmäßige Notfallübung zur Aufrechterhaltung der Betriebserlaubnis des Flughafens München an. Dabei waren neben der Flughafenfeuerwehr über 550 Einsatzkräfte mit mehr als 120 Fahrzeugen von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und den Hilfsorganisationen BRK, Malteser und Johanniter erfolgreich im Einsatz.

Verhütung von Vogelschlag: Gelände so unattraktiv wie möglich

Kollisionen von Luftfahrzeugen mit schwergewichtigen Vögeln oder Vogelschwärmen können die Sicherheit des Flugbetriebs gefährden. Deshalb betreibt der Münchner Airport seit vielen Jahren ein spezielles Biotopmanagement. So werden die Grünflächen um die Start- und Landebahnen herum so selten wie möglich gemäht. Außerdem gibt es keine größeren Wasserflächen in der Nähe der Flugbetriebsflächen, da sich sonst Enten und Gänse dort einfinden würden. Die Entwässerungsgräben nahe der Start- und Landebahnen sind mit entsprechenden Stahlseilen überspannt, um insbesondere Wasservögeln den Zugang zu erschweren. Speziell geschulte Mitarbeiter des »Wildlife Managements« beobachten zudem die Vogelpopulation auf dem Flughafengelände, um mögliche Gefahren durch Vogelflugbewegungen frühzeitig abzuwehren. Der Schutz der am Flughafen München beheimateten Vögel wird trotz der Sicherheitsmaßnahmen nicht außer Acht gelassen.

Im Rahmen des EASA-Zertifizierungsverfahrens prüfte 2017 die Regierung von Oberbayern das Tiergefahrenmanagement der FMG. Es ist nun gemäß den Bestimmungen der EASA zertifiziert. Die FMG steht zum Thema Vogelschlagverhütung mit den relevanten Partnern und Institutionen in intensivem Dialog, insbesondere mit den Airlines, der Deutschen Flugsicherung, regionalen und übergeordneten Behörden sowie dem DAVVL (Deutscher Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr e. V.). Die Statistik des DAVVL weist für den Flughafen München seit vielen Jahren vergleichsweise niedrige Vogelschlagraten aus. In den Lufträumen Area 1 und Area 2 waren die Vogelschlagraten im Jahr 2017 im Bundesschnitt um 163,5 Prozent beziehungsweise um 80 Prozent höher als am Flughafen München.

Vogelschlagrate 1)

2017 Area 1 Area 2
München 1,48 0,35
Deutsche Verkehrsflughäfen Ø 3,90 0,63
1) Vogelschlagmeldungen für Luftfahrzeuge mit deutscher Kennung pro 10.000 registrierten Flugbewegungen (Quelle: DAVVL; Stand 26. März 2018)
Area 1: Start 0–500 Fuß über Grund bzw. Landung 200–0 Fuß über Grund
Area 2: Start 501–1.500 Fuß über Grund bzw. Landung 1.000–201 Fuß über Grund

Die Vogelschlagstatistik des Jahres 2017 ist nicht mehr mit den Vorjahren vergleichbar, da sich aufgrund neuer europäischer Meldebestimmungen die Datengrundlage verändert hat.

Ihre Meinung zählt!

Was gefällt Ihnen am Bericht und was könnten wir noch verbessern? Geben Sie uns Ihr Feedback! Ihre Anregungen und Tipps helfen uns, den Bericht zu optimieren.