Strategie

Größe zeigen bedeutet für den Flughafen München, dass seine Unternehmensstrategie von Beginn an sämtliche Anspruchsgruppen berücksichtigt, um nachhaltig Wertschöpfung zu erzeugen. Nur wenn das gelingt, wird der Airport seine in den letzten 25 Jahren erreichte Spitzenposition halten und ausbauen können.

Langfristig denken – verantwortungsvoll handeln

Die Geschäftstätigkeit des Flughafens hat erheblichen Einfluss auf viele verschiedene Bereiche und Akteure: die Wirtschaftsstandorte München, Bayern und Deutschland, die Region und ihre Einwohner, seine Mitarbeiter, die Passagiere sowie die am und um den Flughafen angesiedelten Unternehmen und andere Stakeholder-Gruppen. Übergeordnetes Ziel ist der wirtschaftliche und nachhaltige Geschäftsbetrieb des Flughafens. Zugleich ist sich der Airport aber auch der negativen Auswirkungen seiner Geschäftstätigkeit bewusst und versucht, diese gezielt zu vermeiden, zu minimieren und gegebenenfalls zu kompensieren. So will der Flughafen München beispielsweise bis zum Jahr 2030 CO2-neutral werden.

Schon heute den Herausforderungen der Zukunft begegnen

Mit der Strategie 2025 hat der Flughafen München die Leitlinien für seine Entwicklung festgelegt. Er integriert darin ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Aspekte. Damit will der Flughafen einen langfristigen Mehrwert schaffen. Fünf wesentliche Handlungsfelder prägen die Konzernstrategie 2025. Sie adressieren die zentralen Herausforderungen für den Betrieb des internationalen Drehkreuzflughafens München:

  • Luftseitige Verkehrsentwicklung
  • Landseitige Verkehrsanbindung
  • Seamless Travel (Beitrag zur Digitalisierung und Personalisierung der Reisekette)
  • Ausbau Non-Aviation
  • Off-Campus-Wachstum

Die Handlungsfelder wurden auf Basis von Szenarienanalysen zur Zukunft des Luftverkehrs identifiziert. Die Bewertung berücksichtigt relevante Faktoren wie die Entwicklung der weltweiten Mobilität und der Wirtschaft. Zur Umsetzung der Strategie innerhalb der Handlungsfelder dienen Initiativen und Maßnahmen, die die Weiterentwicklung des Flughafens aufzeigen. Die Erfolgsmessung erfolgt anhand definierter Kennzahlen. In die Handlungsfelder fließen dann auch die Themen ein, die sich im Dialog mit den Stakeholdern als wesentlich erwiesen haben. Strategische Unternehmensentscheidungen werden auf Grundlage der vier konzernübergreifenden Markenwerte Kompetenz, Verantwortung, Innovation und Partnerschaft umgesetzt.

Ausbauplanung

Infrastruktur bedarfsgerecht planen und ausbauen

Die Strategie 2025 zeigt zentrale Themen zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells auf und gibt die Ausrichtung für das zukünftige Wachstum des Flughafens München vor. Die Flughafen München GmbH (FMG) baut die Flughafeninfrastruktur bedarfsgerecht aus, vernetzt Verkehrsträger miteinander und beteiligt sich aktiv an der Erweiterung des landseitigen Verkehrsangebots – immer mit Fokus auf Qualität und die sich infolge der Digitalisierung wandelnden Bedürfnisse der Kunden. Negative Auswirkungen auf die Natur und das Flughafenumland werden so gering wie möglich gehalten, beispielsweise durch umfangreiche Ausgleichs- und Lärmschutzmaßnahmen.

Terminal 1: Erwartungen erfüllen

Neben der Erwartungshaltung der Passagiere an die Qualität der Abfertigung und des Aufenthalts haben sich auch die behördlichen Anforderungen an die Kontrolleinrichtungen von internationalen Flughäfen erhöht. Das Terminal 1 kann diesen Ansprüchen in weiten Teilen nicht mehr gerecht werden. Das Gebäude wird deshalb um einen Flugsteig auf dem Vorfeld West mit modernen und bedarfsgerecht ausgelegten Passagierabfertigungseinrichtungen erweitert. Der Umbau schafft außerdem neue Retail- sowie Gastronomieangebote, verbessert die Passagierabfertigungsprozesse durch zentralisierte Kontrollbereiche und zielt darauf ab, die Attraktivität für Passagiere und Airlines im Non-Schengen-Segment deutlich zu steigern.

Dritte Start- und Landebahn bleibt wichtigstes Zukunftsprojekt

Flughafen München an der Kapazitätsgrenze

Der Flughafen München wird in den kommenden Jahren seine Infrastruktur erheblich ausbauen und an das Wachstum des weltweiten Luftverkehrs anpassen müssen, das nach allen Prognosen für die nächsten Jahrzehnte erwartet wird. Dabei arbeitet der Airport mit seinem Zwei-Bahnen-System bereits jetzt am Limit: In den nachfragestarken Hauptverkehrszeiten können Fluggesellschaften schon heute keine neuen Verbindungen mehr anbieten. Nur durch den Bau der behördlich genehmigten und gerichtlich in letzter Instanz bestätigten dritten Start- und Landebahn können die bestehenden Engpässe dauerhaft beseitigt werden. Durch eine solche Erweiterung des Bahnensystems würde die Kapazität von heute maximal 90 auf 120 planbare Flugbewegungen pro Stunde erhöht und damit der Bedarf für Jahrzehnte gedeckt.

Wichtige Drehkreuzfunktion

Ohne die dritte Start- und Landebahn hingegen wäre auch das heutige Angebot an attraktiven Direktverbindungen, die von und nach München bedient werden, langfristig in Frage gestellt. Wenn Fluggesellschaften in München nicht mit dem Bedarf wachsen können, werden sie Flüge auf andere Airports verlagern, die über freie Kapazitäten verfügen. Im schlimmsten Fall könnte München seinen Rang als leistungsfähiges Drehkreuz im internationalen Luftverkehr verlieren. Erst diese Drehkreuzfunktion, die durch die Stationierung der Lufthansa-Langstreckenmaschinen vom Typ Airbus A380 und A350 noch einmal erheblich gestärkt wird, macht den Flughafen München zum Tor zur Welt und zum wichtigen Wirtschafts- und Standortfaktor für München, Bayern und darüber hinaus.

Größtes Unterstützerbündnis

Daher hat sich für den Bau der dritten Start- und Landebahn das größte Bündnis formiert, das jemals in Deutschland eine Infrastrukturmaßnahme unterstützt hat. Mehr als 230 Unternehmen, Wirtschafts- und Tourismusverbände fordern den raschen Ausbau des Airports. Die Bandbreite reicht von Konzernen wie Audi, Allianz, BMW, Deutsche Bahn, Infineon, Linde und Munich RE über große Mittelständler bis hin zu regionalen und lokalen Traditionsunternehmen. Für die vielen großen und kleineren Global Player in Bayern ist der Flughafen München einer der wesentlichen Standortfaktoren. Er sichert ihren Zugang zu den Weltmärkten und stärkt damit den Wohlstand und die Zukunftschancen der ganzen Region.

Gültiges Baurecht

Der Flughafen hat daher alles getan, um den Bau der dritten Bahn umzusetzen. Durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Juli 2015 hat die Baugenehmigung rechtsgültige Bestandskraft, die Entscheidung über den Bau liegt nun bei den drei Gesellschaftern des Flughafens: dem Freistaat Bayern, dem Bund und der Landeshauptstadt München.

FMG fördert Ausbau regionaler Infrastruktur

Die Gesellschafter der FMG haben einen Umlandfonds mit einem Volumen von 100 Millionen Euro zur Förderung kommunaler Verkehrsprojekte eingerichtet. Die Auszahlungen sind grundsätzlich an den Baubeginn der dritten Start- und Landebahn gebunden und sollen als Ausgleich für etwaige Belastungen den Ausbau der regionalen Infrastruktur unterstützen. Gefördert werden:

  • Die Nordumfahrung Erding und die Westtangente Freising
  • Eine Straßenverbindung zwischen Berglern und Eitting im Landkreis Erding und die Westtangente Moosburg

Unabhängig vom Baubeginn der dritten Start- und Landebahn wurden bereits im Vorfeld je fünf Millionen Euro für die Nordumfahrung Erding und die Westtangente Freising zur Verfügung gestellt und bereits größtenteils abgerufen. Die Mittel für Freising sind bereits vollständig ausbezahlt.

Umlandfonds

In Mio. €/Fondsvolumen: 100 Mio. €

Intensiver Anwohnerschutz

In ihrem Urteil haben die Richter einige der wesentlichen Argumente für die dritte Bahn bestätigt, die in der öffentlichen Diskussion eine Rolle spielen. Ein wichtiges Thema ist in diesem Zusammenhang die Vereinbarkeit der geplanten Infrastrukturmaßnahme mit den Erfordernissen des Lärm- und Umweltschutzes. Natürlich hat ein Flughafen als große Verkehrsinfrastruktur Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen, die in seiner unmittelbaren Nähe wohnen. Allerdings ist nirgendwo in Deutschland der Betrieb eines Großflughafens mit weniger Lärmbelastung für die Menschen im Umland verbunden als in München. Während in Frankfurt über 197.000 Menschen von Fluglärm über 55 dB(A) betroffen sind, sind es in München und seinem Umland rund 11.300 Menschen. Hinzu kommt, dass die Planfeststellungsbehörde das Entschädigungsgebiet für die dritte Bahn auf das Dreifache der gesetzlichen Vorgaben vergrößert hat. Der Flughafen kümmert sich intensiv um die Anwohner und sucht dabei nach individuellen Lösungen, von denen beide Seiten profitieren.

Ausgleichsflächen und Umweltschutz

Durch ein hervorragendes Ausgleichskonzept werden im Zuge des Baus die Biotopflächen rund um den Münchner Flughafen weiter wachsen. Für jeden Hektar, der für die Bahn benötigt wird, schafft der Flughafen fast einen Hektar ökologisch wertvollen Ausgleich. Ob Biodiversität, Lärmschutz, Ressourcen- oder Klimaschutz: Der Flughafen München weiß um seine Verantwortung und verfolgt seit seiner Inbetriebnahme ein ebenso ambitioniertes wie innovatives Programm, um die Auswirkungen des Flugbetriebs auf Mensch und Natur in seinem Umfeld so gering wie möglich zu halten.

Strategisches Handlungsfeld: landseitige Verkehrsanbindung

Mehr Leistungsfähigkeit durch Verbesserung der landseitigen Anbindung

Im Jahr 2017 ist es der Flughafen München GmbH gelungen, im Zuge des Projekts »Erdinger Ringschluss« die Finanzierung und Baufreigabe durch die Gesellschafter für die Verlängerung des Bahntunnels Richtung Osten zu erwirken. In Verbindung mit dem ersten Bauabschnitt des »Erdinger Ringschlusses« bis zur Wendeanlage Schwaigerloh bildet der Bahntunnel die Grundlage, um mittelfristig die geplanten Angebotsverbesserungen im Schienenverkehr am Flughafen erreichen zu können. Diese sind gleichzeitig vom Bau der zweiten Stammstrecke in München abhängig, für die 2017 die ersten vorbereitenden Maßnahmen begonnen haben. Die Neufahrner Kurve, die eine direkte Schienenanbindung Richtung Freising und Regensburg ermöglicht,ist im Bau weit fortgeschritten und wird im Dezember 2018 in Betrieb genommen. Bei den Straßenprojekten sind der Neubau der Nordostumfahrung Freising im Zuge der Bundesstraße 301 sowie der Westtangente Freising im Zeitplan. Für beide Streckenabschnitte, die Teile wichtiger Zubringerwege für Passagiere und Beschäftigte sind, wird eine Fertigstellung bis Ende 2020 angestrebt.

Strategisches Handlungsfeld: landseitige Verkehrsanbindung

5,3 Millionen

Passagiere nutzten 2017 die S-Bahn als Verkehrsmittel zum Flughafen

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