Klimaschutzstrategie

Freiwilliges Schutzprogramm: CO₂-Neutralität bis 2030

Um der rasanten Entwicklung der klimapolitischen Zielvorgaben und auch seinem eigenen hohen Anspruch gerecht werden zu können, hat der Flughafen seine Klimaziele noch einmal deutlich höhergesteckt: Bis zum Jahr 2030 soll der Airport, was die von ihm beeinflussbaren Emissionen anbelangt, komplett CO2-neutral betrieben werden – als erster deutscher Flughafen überhaupt. Dazu will der Flughafen München Konzern die ihm direkt zurechenbaren Treibhausgasemissionen durch eine breite Palette technischer Maßnahmen um mindestens 60 Prozent senken. Die restlichen 40 Prozent werden durch Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen, vorzugsweise in der Region. Dieses vom Aufsichtsrat im Dezember 2016 beschlossene Klimaziel ist noch einmal deutlich ambitionierter als das bisher angestrebte CO2-neutrale Wachstum bis 2020. Dafür investiert die Flughafen München GmbH mit 150 Millionen Euro bis 2030 quasi einen kompletten Jahresgewinn.

Klimaschutzstrategie 2030

Durch Effizienzsteigerungen und technische Innovationen wird die FMG den CO2-Ausstoß um 60 Prozent reduzieren. Der unvermeidliche Rest von 40 Prozent soll durch vorzugsweise regionale Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden.


(Bewegen Sie die Maus über die unterschiedlichen Reduktionsmaßnahmen für weitere Informationen.)

CO2-Zielsetzung

Grafik: CO2-Zielsetzung

40 Prozent weniger CO2-Ausstoß pro Passagier seit 2005

Die FMG hat den CO2-Ausstoß von etwa 162.000 Tonnen im Jahr 2005 trotz des kontinuierlichen Verkehrswachstums auf rund 152.000 Tonnen im Jahr 2017 gesenkt. Ohne die etwa 220 Einzelmaßnahmen wäre der CO2-Ausstoß des Münchner Flughafens um mehr als 32.000 Tonnen CO2 pro Jahr höher, als er faktisch ist. Dazu kommen in diesem Zeitraum nochmals über 8.000 Tonnen durch Optimierung der Energieerzeugung. 2017 hat die Flughafen München GmbH rund 1,2 Millionen Euro in Maßnahmen investiert, die zur Erhöhung der Energieeffizienz beitragen und den Treibhausgas-Ausstoß langfristig um 2.266 Tonnen reduzieren.

Der europäische Flughafenverband ACI EUROPE würdigte die erfolgreiche Reduzierung von CO2-Treibhausgas Emissionen der FMG 2017 mit einem Klimaschutz- Zertifikat der Bewertungsstufe »Level 3 – Optimisation«.

Die verbesserte Energieeffizienz zeigt sich besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass von 2005 bis 2017 die Zahl der Passagiere um rund 56 Prozent und die Gebäudefläche am Flughafen um etwa zehn Prozent angestiegen ist, der CO2-Ausstoß der Gebäude, Anlagen und Fahrzeuge aber um rund sieben Prozent gesunken ist. Dieses Ergebnis resultiert fast vollständig aus eigenen Effizienzmaßnahmen bei Energieverbrauch und -erzeugung. Externe Effekte – wie zum Beispiel sinkende spezifische Emissionen im Strombezug – hatten dagegen nur einen minimalen Einfluss. Diese Erfolge machen deutlich, dass auch die neuen anspruchsvollen Klimaziele erreichbar sind.

Ein wichtiger Bestandteil der Klimaschutzstrategie sind die circa 30 Millionen Euro teuren Pre-Conditioned-Air-Anlagen (PCA-Anlagen). Diese Technik versorgt seit Herbst 2016 Flugzeuge auf den gebäudenahen Parkpositionen mit vorklimatisierter Luft. Damit erübrigt sich der Betrieb der sogenannten Hilfsturbinen (APU) der Flugzeuge, die für erhebliche Emissionen von Lärm, CO2 und anderen Luftschadstoffen verantwortlich sind. 2017 wurden die Einsatzzeiten der PCA-Anlagen kontinuierlich erhöht, was zu einer Vermeidung von rund 12.100 Tonnen CO2 im Vergleich zu den Hilfsturbinen führte. Das ist drei Mal so viel wie 2016. Die Einsatzzeiten und die damit verbundenen Einsparungen sollen 2018 weiter gesteigert werden.

CO2-Emissionen am Flughafen München

Scope 1, 2 und Scope 3 ohne LTO-Zyklus, APU und öffentlichen Verkehr
In Tonnen pro Jahr

Grafik: CO2-Emissionen am Flughafen München

Spezifische CO2-Emissionen pro Passagier

In Kilogramm

Grafik: Spezifische CO2-Emissionen pro Passagier

Die sehr guten Energiekennwerte des Satellitengebäudes, die sich schon 2016 abgezeichnet hatten, wurden im ersten vollständigen Betriebsjahr 2017 voll und ganz bestätigt. Das neue Gebäude verursacht pro Quadratmeter Nutzungsfläche über 50 Prozent weniger CO2-Ausstoß als vergleichbare Flächen im 14 Jahre alten Terminal 2. Damit stellt es eine wichtige Komponente der Klimastrategie dar.

Footprint: viele Emissionsquellen GRI 102-44

Wirksamer Klimaschutz ist für einen Flughafen eine komplexe Aufgabe. Denn in die Berechnung des Treibhausgas-Ausstoßes fließen nicht nur alle Emissionen ein, die der Betrieb der Infrastruktur sowie die startenden, landenden, rollenden und abzufertigenden Flugzeuge mit sich bringen. Es zählen noch andere Quellen dazu: die An- und Abfahrt von Passagieren, Besuchern und Mitarbeitern sowie der Betrieb der am Flughafen tätigen Unternehmen wie Hotels, Läden, Restaurants, Tankstellen und Werkstätten. Fast zwei Drittel der CO2-Emissionen machen jedoch allein die Triebwerke der Flugzeuge im LTO-Zyklus (Landing-and-Take-off-Zyklus) aus.

Im Einzelnen sind folgende Emissionsquellen bilanziert (absteigend sortiert nach ihrem Beitrag zum Footprint):

  • Flugverkehr im LTO-Zyklus
  • Erdgas und Heizöl für Energiezentrale
  • Strom-, Fernwärme-, Kälte-, Kraftstoff- und Erdgaslieferungen an externe Unternehmen
  • Zubringerverkehr: landseitiger/öffentlicher Kfz-Verkehr (Beschäftigte, Passagiere, Besucher, Fracht)
  • Hilfsturbinen (APU) und Triebwerksprobeläufe
  • Strom- und Fernwärmefremdbezug für den Konzern
  • Luftseitiger/betrieblicher Kfz-Verkehr (zum Beispiel Vorfeldbusse, Gepäckfahrzeuge, Flugzeugschleppfahrzeuge), Stromversorgungsaggregate und andere Service- und Enteisungsgeräte

Gemäß der international verwendeten Berechnungsmethode der ICAO wird einem Flughafen der CO2-Ausstoß der landenden und startenden Flugzeuge bis zu einer Höhe von 3.000 Fuß (914 Meter) zugerechnet. Alle Bewegungen eines Luftfahrzeugs unter dieser Grenze zählen zum LTO-Zyklus.

Als Grundlage für die zuverlässige und international vergleichbare Erfassung aller Emissionen dient der sogenannte CO2-Footprint. Er gliedert den Treibhausgas-Ausstoß, der einem Flughafen zugerechnet wird, nach dem internationalen Standard » Greenhouse Gas Protocol « in drei unterschiedliche Quellen (Scopes).

Greenhouse-Gas-Emissionen am Flughafen München

Grafik: Greenhouse-Gas-Emissionen am Flughafen München

Scope 1

Blockheizkraftwerk: hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung

Mit seinem Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt der Flughafen mehr als die Hälfte des Strombedarfs mit umweltfreundlichem Erdgas. Allein die Abwärme daraus deckt fast den gesamten Bedarf an Heizwärme und Klimakälte ab – ohne zusätzlichen Energieeinsatz. Die restliche Heizwärme bezieht der Flughafen bei der Fernwärmeversorgung Freising. 50 Prozent der zugekauften Fernwärme wiederum – also etwa 18 Gigawattstunden (GWh) – kommen von einem Biomasse-Heizkraftwerk in Zolling. Diese aus Biomasse gewonnene Fernwärme ist regenerativ sowie klimaneutral und senkt den CO2-Ausstoß um rund 3.800 Tonnen pro Jahr. Gegenüber der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme im Mix der Bundesrepublik Deutschland werden dabei pro Jahr fast 50.000 Tonnen CO2 eingespart. Das entspricht dem CO2-Ausstoß einer mittelgroßen Stadt mit über 40.000 Einwohnern.

Regenerative Energieerzeugung mit Fotovoltaik

Auf dem Weg zum CO2-neutralen Flughafen nutzt der Münchner Airport auch regenerative Energie. Die erste Anlage dieser Art mit einer Leistung von circa 750 Kilowatt wird bis zum Sommer 2018 auf dem neuen Parkhaus P51 realisiert. Sie erzeugt dann jährlich etwa 800.000 Kilowattstunden regenerativen Strom und spart damit rund 500 Tonnen CO2 pro Jahr.

Weniger CO2-Emissionen mit LED-Technik

2017 hat der Flughafen München weiter auf LED-Technik gesetzt. Mit den umgerüsteten Leuchten, sei es in Gebäuden oder außerhalb, können zukünftig über 1.000 Tonnen CO2 gespart werden.

Nachhaltiges Bauen: wichtiger Beitrag zum Erreichen der CO2-Neutralität

Da die Flughafen München GmbH dem nachhaltigen Bauen große Bedeutung beimisst, ist sie Mitglied bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Ein Kernkompetenzcenter plant und steuert alle CO2-relevanten Sachverhalte rund um dieses Thema.

Gebäudetechnik

Durch Verbesserungsmaßnahmen in bestehenden Gebäuden hat die FMG zwischen 2005 und 2017 die CO2-Emissionen um fast 17 Prozent reduziert. Der Flughafen rechnet mit einer Steigerung der Energieeffizienz um weitere circa 13 Prozent auf insgesamt rund 30 Prozent. Eine intelligente Regelungstechnik beispielsweise könnte in den Bürogebäuden den Strombedarf reduzieren.

Neubauten

Die bis 2020 geplanten Neubauten, insbesondere in der AirSite West (zum Beispiel Bürogebäude, Airport Academy, Budget Hotel), fallen unter die Zielsetzung, die CO2-Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu Bestandsgebäuden zu reduzieren. Sie können im Passivhausstandard und als »Light-Tech-Gebäude« konzipiert werden mit intelligenten Fassadensystemen und klimatechnischen Konzepten, die den Nutzerkomfort erhöhen.

E-Mobility auf dem Vormarsch

Im Rahmen seines Klimaschutzprogramms setzt der Münchner Flughafen alternative Kraftstoffe aus regenerativen Energien im Fuhrpark ein:

  • 30 Pkws fahren mit Biogas.
  • 32 Vorfeldbusse, und damit mehr als die Hälfte der Flotte, tragen das Umweltzeichen »Blauer Engel«.
  • 25 Pkws/Kleintransporter und 268 Abfertigungsgeräte werden elektrisch betrieben. Weitere 30 Elektrofahrzeuge sind bereits bestellt.

Der Anteil von Elektrofahrzeugen wächst massiv: Bis 2030 sollen sie den Großteil des Fuhrparks ausmachen. Bis Ende 2018 wird der Flughafen München weitere 80 ältere mit Benzin oder Diesel angetriebene Autos durch Elektromobile ersetzen. Das entspricht insgesamt mehr als 20 Prozent des bestehenden Fahrzeugpools. Die umweltfreundliche Millioneninvestition wird mit Fördermitteln des Bundesverkehrsministeriums unterstützt. Gegenüber 2016 konnte die lokale Emission von CO2 um rund 47 Tonnen reduziert werden. Das Thema Elektroautos beschäftigt den Flughafen nicht nur im eigenen Fuhrpark, auch Passagiere und Besucher können ihre Elektromobile an derzeit über 85 Stellen in den Parkhäusern aufladen. Für Mitarbeiter werden weitere Lademöglichkeiten angeboten.

Synthetische Kraftstoffe aus Abfall

Weiteres Potenzial birgt der neue Treibstoff »C.A.R.E. Diesel«, der aus Rest- und Abfallstoffen sowie nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird. Seine wesentlichen Vorteile sind eine deutlich geringere Rußentwicklung, um bis zu 90 Prozent reduzierte Treibhausgasemissionen, erheblich weniger Stickoxide, Feinstaub, Kohlenstoffdioxid und Kohlenwasserstoffe bei der Verbrennung sowie eine garantierte Kältebeständigkeit bis –22 Grad Celsius. Der Kraftstoff entspricht der Diesel-Norm und kann ohne Modifikationen am Motor Dieselfahrzeuge antreiben. Eine praktische Erprobung ist im November 2017 im Bereich der Kehrmaschinenflotte gestartet. In Summe können im Kraftstoffverbrauch von Fahrzeugen rund 11.000 Tonnen CO2 pro Jahr kompensiert werden.

Scope 2

Weniger als ein Drittel des auf dem Flughafen-Campus verbrauchten Stroms kommt von externen Netzbetreibern. Insgesamt haben sich die Emissionen aus dem Fremdbezug von Strom und Fernwärme seit 2005 um 25 Prozent verringert. Betrachtet man nur den Flughafen München Konzern allein, haben sie sich sogar fast halbiert. Dies liegt zum einen an den neuen, noch effizienteren Aggregaten zur Kraft-Wärme-Kopplung, zum andern an Einsparungen im Stromverbrauch.

Turbo-Service am Airport: 80 Prozent Ladung in 30 Minuten

Die FMG hat in Zusammenarbeit mit »DriveNow« und dem Technologiekonzern ABB acht Schnellladesäulen eingerichtet. Mit jeweils drei Ladepunkten pro Säule beherbergt der Airport – laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. – damit den derzeit größten Schnellladestandort für Elektrofahrzeuge in Deutschland.

Foto: Turbo-Service

Scope 3

2017 hat die Flughafen München GmbH gemeinsam mit den Fluggesellschaften und ansässigen Firmen weitere Klimaschutzmaßnahmen entwickelt. Erheblich investiert hat der Flughafen in Pre-Conditioned-Air-Anlagen (PCA-Anlagen). 2016 sind sie am Terminal 1, Terminal 2 und am Satellitengebäude in Betrieb gegangen. 2017 sind ihre Einsatzzeiten erheblich gestiegen.

Erfolgreiche Reduzierung von CO2-Emissionen

Die internationale Investoreninitiative zur weltweiten Offenlegung von Umweltdaten CDP (vormals »Carbon Disclosure Project«) hat den Flughafen München wegen seiner besonders effektiven Klimaschutzleistungen gewürdigt. In der Klimawandelberichterstattung 2017 erhielt der Münchner Airport die Wertung »A-« und konnte sein letztjähriges Ergebnis im Bereich »Transportation Infrastructure/Airport Services« nochmals verbessern.

Abgeschlossene Projekte aus dem CO2-Sparprogramm

Thema Maßnahme CO2-Einsparung pro Jahr
Beleuchtung Umrüstung der Wandleuchten in den Tiefgaragen auf LED-Technik 140 t
Umrüstung der Straßenbeleuchtung am Nordring und im südlichen Bebauungsband auf LED-Technik 121 t
Raumlufttechnik Umbau einzelner Hauptlüftungsanlagen im Terminal 1 auf Direktantrieb 105 t
Ersatz von Heizungspumpen in der Luftpostleitstelle durch Hocheffizienzmodelle 22 t
Flughafentechnik Einsatz mechanischer Bremsen in der Gepäckförderanlage anstelle von Elektromotoren 707 t
Verstärkter Einsatz der PCA-Anlagen an den Terminals 1, 2 und am Satelliten 12.101 t
  
  

Luftgüte

Einfluss von Straßen- und Luftverkehr

Für die Beurteilung der Luftgüte in der Umgebung des Flughafens spielen auch Stickoxide NOx, Schwefeldioxid SO2 und Feinstaub PM10 eine bedeutende Rolle. Genauso wie beim CO2 ist der Anteil der Flugzeuge bei den emittierten Luftschadstoffen deutlich größer als der Anteil des Zubringerverkehrs auf den Flughafenstraßen. Die Flugzeugabgase wirken sich jedoch bodennah weniger auf die Messwerte aus, da die Triebwerke Schadstoffe in größerer Höhe emittieren und stärker verwirbeln als Autos.

Emittierte Luftschadstoffe

In Tonnen

SOx: freigesetztes SO2 mit geringen Beimengungen von SO2, angegeben als SO2
NOx: Summe der Schadstoffe NO und NO2, angegeben als NO2

1) Zubringerverkehr umfasst den durch Passagiere, Besucher und Pendler im Flughafenbereich verursachten Verkehr.

Landeentgelte richten sich auch nach Ausstoß von Stickoxiden

Die Flughafen München GmbH erhebt emissionsorientierte Landeentgelte. Sie trägt damit aktiv zu einer besseren Umweltqualität in der Umgebung des Flughafens bei. Triebwerkshersteller und Flugzeugbauer erhalten so einen langfristigen Anreiz, in die Entwicklung von schadstoffärmerem Fluggerät zu investieren. Mit den Informationen über die gelandeten Flugzeugtypen kann der Flughafen die Schadstoffe – einschließlich CO2 – triebwerksgenau bilanzieren und den technischen Fortschritt unmittelbar abbilden.

Ortsfeste und mobile Messstellen

Der Einfluss von Emissionen auf die Luftgüte am Flughafen München wird an zwei Stellen kontinuierlich gemessen. Die Luftgütemessungen im Westen und im Osten des Flughafens erfassen die Wirkung sämtlicher Schadstoffquellen des Straßen- und Luftverkehrs und des sonstigen Flughafenbetriebs – überlagert von der Grundbelastung des Ballungsraums München und der natürlichen Hintergrundkonzentration in der Atmosphäre. Überwacht werden die Schadstoffe Ozon, Stickstoffmonoxid, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol, Toluol, Xylol, Staubniederschlag, Feinstaub PM10 und Feinstaub PM2,5. Die geltenden gesetzlichen Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit wurden auch 2017 eingehalten, lediglich für Feinstaub PM10 gab es zwölf (erlaubte) Überschreitungen des gesetzlichen 24-Stunden-Grenzwerts. Die Schlüsselparameter Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub lagen im Jahresmittel 2017 wie schon in den Vorjahren sogar deutlich unter den Grenzwerten.

Schadstoffkonzentrationen an der Messstelle im Osten des Flughafengeländes

Jahresmittelwerte in μg/m³
NO2-Konzentration (Stickstoffdioxid)

Grafik: Schadstoffkonzentrationen an der Messstelle im Osten des Flughafengeländes

Als erster deutscher Airport ermittelt der Flughafen München die Luftqualität zusätzlich mit einer mobilen Messstation. Sie misst bei gezielten mehrmonatigen Untersuchungen in den Umlandgemeinden die gleichen Stoffe wie die stationäre Messstelle im Osten. 2017 fanden die Messungen zehn Monate lang in Schwaig statt. Die gemessenen Konzentrationen lagen unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte und bestätigten damit die Ergebnisse an den stationären Messstellen.

Messpunkte Luftgüte und Biomonitoring

»LuMo« ergänzt »FluMo«

Bereits seit drei Jahren informiert der Flughafen München im Internet über die aktuellen Ergebnisse von Fluglärmmessungen »FluMo«: Fluglärm-Monitoring. Jetzt gibt es diesen Service auch für die Luftgüte »LuMo«: Luftgüte-Monitoring. Die Messwerte der Luftgütemessstellen werden rund um die Uhr aktualisiert. Damit sorgt der Flughafen München für noch mehr Transparenz beim Thema Luftgüte.

Schadstoffen auf der Spur

Langlebige Schadstoffe können sich in der Umwelt anreichern und so in die Nahrungskette gelangen. Diesen Sachverhalt beobachtet der Flughafen München seit vielen Jahren mit verschiedenen Verfahren. Im Jahr 2017 wurden an zwölf Messpunkten auf dem Flughafengelände und im Umland Pflanztöpfe mit Welschem Weidelgras und Grünkohl zusammen mit Sammelbechern für Staubniederschlag aufgestellt. Pro Jahr liefern 240 Graskulturen und 36 Grünkohlexponate rund 1.700 Messdaten zu Luftschadstoffen und deren Auswirkungen. Auch das Honigmonitoring wurde 2017 fortgesetzt.

Verfahren zur Schadstoffmessung

1) 2016, Ergebnisse 2017 lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

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