Umgang mit Ressourcen

Gemeinsam mehr für die Umwelt leisten

Der Flughafen München geht mit Blick auf kommende Generationen schonend, sparsam und verantwortlich mit natürlichen Ressourcen um. Ein vertrauensvoller Austausch mit den Anspruchsgruppen ist dabei von größter Bedeutung – auch beim Thema Umweltmanagement. Bereits seit 2005 verfügt die Flughafen München GmbH über ein zertifiziertes Umwelt­­­management­system nach den internationalen Standards der DIN EN ISO 14001 sowie nach den Anforderungen der EU-Verordnung EMAS (Eco-Management and Audit Scheme). Tochtergesellschaften mit hohen umweltrelevanten Tätigkeiten begleitet sie bei der Einführung eines systematisierten Umweltmanagements. Erfolgreich rezertifiziert sind bereits die Allresto, aerogate und Cargogate. Eine externe Umweltbetriebsprüfung bestätigte der FMG 2017 die Zertifizierung für die nächsten drei Jahre. Sie stellt sicher, dass die nachhaltige Entwicklung des Flughafens gemäß EMAS auch weiterhin durch das Umweltmanagementsystem überwacht wird.

Umweltmanagementsystem im Konzern 2017

Flughafen München GmbH Rezertifizerung EMAS
Allresto Erfolgreiches Überwachungsaudit EMAS
aerogate Erfolgreiches Überwachungsaudit EMAS
Cargogate Erfolgreiches Überwachungsaudit EMAS
AeroGround Einführung geplant  
Zertifizierungen nach dem Eco-Management und Audit-Scheme (EMAS) und Din ISO 14001

Da am Flughafen das Handling von Passagieren und Fracht die meisten Ressourcen benötigt, spiegeln neun daran angelehnte Kernindikatoren umweltrelevante Verbräuche wider:

  • Wasserverbrauch
  • Wärmeverbrauch
  • Dieselverbrauch
  • Papierverbrauch
  • Abwassermenge
  • Abfallmenge
  • Kohlenstoffdioxidäquivalente
  • Stromverbrauch
  • Gesamtenergieverbrauch

Abfall: hohe Wiederverwertungsquote

Die Flughafen München GmbH erfüllt lückenlos die Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Priorität Nummer eins ist es, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren. In allen Bereichen des Flughafenbetriebs fallen jedoch Abfall- und Wertstoffprodukte an, die dann am Entstehungsort in unterschiedlichen Trennsystemen gesammelt, zertifizierten Fachbetrieben in der Nähe des Flughafens übergeben, in Sortieranlagen aufbereitet und anschließend recycelt werden. Übrig bleibt ein geringer Anteil an nicht verwertbarem Restabfall, den das Heizkraftwerk München Nord in Fernwärme und Strom umwandelt. Die nachhaltige Abfallwirtschaft trägt dazu bei, sekundäre Rohstoffe zu gewinnen und Kosten einzusparen.

Papierverbrauch

In tausend Blatt Papier

Ressourcenschonung: eine Aufgabe für alle

Die Flughafen München GmbH optimiert fortwährend die gesamte Prozesskette sowie die Trenn- und Sortierbarkeit aller Abfall- und Wertstoffprodukte. So zerkleinert beispielsweise seit September 2017 eine neue Anlage vertrauliches Datenmaterial umgehend »inhouse«. Dieser Prozess gewährleistet ein hohes Datenschutzniveau, da sensible Akten nicht mehr zum Entsorgungsfachbetrieb transportiert werden müssen. Zur Ressourcenschonung sind alle Mitarbeiter aufgerufen. Sie können zum Beispiel Leuchtmittel am Arbeitsplatz abgeben. Das Projekt zur Sammlung gebrauchter Mobiltelefone soll 2018 starten, sobald die Suche nach einem geeigneten Recyclingpartner abgeschlossen ist. Um der in den Medien vieldiskutierten Müllflut aus Einwegkaffeebechern entgegenzuwirken, verteilte die FMG 2017 kostenlos 3.000 nachfüllbare Coffee-to-go-Becher aus Porzellan im Flughafendesign an die Belegschaft, um Erfahrungen für eine mögliche campusweite Einführung zu gewinnen. Seit 2016 verwendet die Flughafen München GmbH nur noch Recyclingpapier mit dem Umweltzeichen »Blauer Engel«. Neue digitale Workflows, zum Beispiel bei Anträgen für Dienstreisen, sparen zusätzlich Papier ein.

Wer verursacht was

Die meisten Abfälle und Wertstoffe erzeugen die Beteiligungsgesellschaften und die am Flughafen ansässigen Firmen sowie Airlines. Voraussetzung für eine erfolgreiche Ressourcenschonung ist also ein individuell auf die jeweiligen Abfallerzeuger zugeschnittenes Entsorgungskonzept – von der Abfallentstehung bis hin zur Verwertung und Beseitigung. Regelmäßig informiert die FMG deshalb über aktuelle Abfallthemen, gibt Hilfestellungen zu umweltbewusstem Verhalten und steht bei Fragen beratend zur Seite.

Abfallhierarchie

Grafik: Entsorgungsmethode für Abfall

Entsorgungsmethode für Abfall

In Tonnen

Grafik: Entsorgungsmethode für Abfall

Vermehrte Bau-, Rückbau- und Renovierungsarbeiten führten zu einer höheren Abfallmenge als im Vorjahr. Der Recyclinganteil bewegte sich auf konstant hohem Niveau.

Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser

Brauchwasser statt Trinkwasser zur Klimatisierung

Ziel des Wassermanagements am Münchner Flughafen ist es, den natürlichen Wasserhaushalt so wenig wie möglich zu beeinflussen und alle Einwirkungen durch Gewässerbewirtschaftung, Entwässerung sowie Trink- und Löschwasserversorgung schonend zu gestalten. Insgesamt verfolgt die FMG dabei folgende Ziele:

  • Abwasseranfall minimieren
  • Abwasserströme bereits am Entstehungsort trennen, separat behandeln und entsorgen
  • Trinkwasser möglichst nur dort verwenden, wo Trinkwasserqualität benötigt wird
  • Abflüsse von versiegelten Flächen zurückhalten, um Abflussspitzen zu vermeiden
  • Zustand des Grundwassers und der oberirdischen Gewässer nicht beeinträchtigen

So wird beispielsweise in den beiden Energiezentralen West und Ost seit einigen Jahren oberflächennahes quartäres Grundwasser (Brauchwasser) aus eigens gebohrten Brunnen zur Kühlung eingesetzt – anstelle von wertvollem tertiärem Grundwasser (Trinkwasser). Dies führte bis Ende 2017 in beiden Brauchwasserbrunnen zu einer Trinkwassereinsparung von circa 1.447.000 Kubikmetern. Um in den nächsten Jahren zusätzlich bis zu 50.000 Kubikmeter Trinkwasser jährlich einsparen zu können, sind weitere Brauchwasserbrunnen in der Bauvorbereitung.

Insgesamt ist der Trinkwasserverbrauch am Münchner Flughafen im Jahr 2017 um 3,2 Prozent gefallen. Grund dafür ist der sparsame Umgang mit der Ressource Trinkwasser. Pro 1.000 Verkehrseinheiten (1.000 Passagiere beziehungsweise 100.000 Kilogramm Luftfracht) ist der spezifische Trinkwasserverbrauch weiter zurückgegangen: 21 statt 23 Liter im Vorjahr.

Gesamt-Trinkwasserverbrauch 1), 2)

Grafik: Gesamt-Trinkwasserverbrauch
1) Enthalten sind alle Unternehmen am Campus.
2) Herleitung der Werte: Wasserzählung in m³ gemessen an den Trinkwassereinspeisestellen (Übergabestellen) vom Zweckverband an den Flughafen München.

Gesamt-Abwasserableitung 1), 2)

Grafik: Gesamt-Abwasserableitung
1) Enthalten sind alle Unternehmen am Campus.
2) Das zur Kläranlage abgeleitete Abwasser setzt sich aus häuslichem Abwasser, industriellem Abwasser, Mischwasser sowie Enteisungsabwasser zusammen.

Durchdachtes Abwasserentsorgungskonzept

Ein circa 300 Kilometer langes Kanalsystem sammelt das Abwasser am Flughafen München. Je nach Verschmutzungsgrad wird es in flughafeneigenen Anlagen vorbehandelt, zurückgehalten, in Gewässer eingeleitet oder zur Kläranlage Eitting abgeleitet.

Abwasserentsorgungskonzept: unterschiedliche Abwasserströme, deren Behandlung und Entsorgung

Schaubild: Abwasserentsorgungskonzept

Bodenfilter arbeiten erwartungsgemäß

Bodenfilter im Bereich der Startbahnköpfe verhindern, dass die Enteisungsmittel ins Grundwasser gelangen, falls der Wind sie auf die umliegenden Grünflächen weht. Gleichzeitig dienen sie zur Rückhaltung und Reinigung des gesammelten Enteisungsabwassers. Je nach Belastung wird es in ein Gewässer oder – bei strengen Wintern mit hohem Enteisungsmitteleinsatz – zur Kläranlage geleitet. Regelmäßige Untersuchungen des Grundwassers mit einer TOC-Messanlage (TOC = Total Organic Carbon) belegen, dass die Enteisung das Grundwasser dank der Bodenfilter nicht mit organischen Stoffen belastet. Die Filter bei den Startbahnköpfen Nordwest und Nordost sind bereits seit Längerem in Betrieb, ein weiterer Bodenfilter im Osten der Südbahn wurde 2017 fertiggestellt, ein vierter ist im Westen der Südbahn derzeit in der Bauvorbereitung.

Kreislauf Flugzeugenteisungsmittel

Enteisungsfahrzeuge befreien die Flugzeuge vor dem Start von Eis und Schnee. Das von den Flugzeugen dabei abtropfende Enteisungsmittel gelangt über Schlitzrinnen und Kanäle in unterirdische Auffangbecken. In der flughafeneigenen Recyclinganlage wird es anschließend mechanisch/chemisch behandelt, aufkonzentriert und mithilfe von Zusatzstoffen wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Dieses Verfahren zur Wiederaufbereitung von Enteisungsmitteln am Flughafen München ist weltweit einmalig. Die Recyclingquote für den im Enteisungsmittel enthaltenen Wirkstoff Glykol lag in der Saison 2016/2017 bei circa 53 Prozent. Der Durchschnitt der letzten Jahre bewegte sich zwischen 41 und maximal 59 Prozent – je nach Witterung und unter Berücksichtigung des für die Umweltbilanz sinnvollen Energieeinsatzes.

Kreislauf Flugzeugenteisungsmittel

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